Freitag, 21. September 2018

Sepp, Geraldine und der Wahlkampf


Wahlkampfplakate wo man hinschaut. 


Auf dem Weg zum Supermarkt schaut mir z.B. der Sepp entgegen und hätte gerne meine Stimmen. Und ganz ohne Wertung schaut der Sepp genau so aus, wie er heißt.
Neben seinem Namen lese ich dann aber in orangenen Buchstaben "Geraldine". Da bleibe ich mal kurz stehen, und versuche aus diesen Informationen schlau zu werden. Satire-Partei ist es keine. Weitere Hinweise auf ein wildes Doppelleben als Drag-Queen oder mehr oder weniger gelungene Geschlechtsumwandlungen finde ich auch keine. Ich bin komplett verwirrt.

Doch dann fällt mir endlich auf, dass ich mich verlesen habe: "geradlinig" steht da nämlich. 
Ja, so ergibt das wieder Sinn und ich kann weitergehen, zugegebenermaßen etwas enttäuscht.


Ich werde dann bald meine Briefwahlunterlagen beantragen und mich endgültig entscheiden müssen.
Die letzten Bayern-Umfragen haben mich da sogar etwas optimistischer gestimmt, da schwarz-blau nur noch eine ganz knappe Mehrheit hatte. Das war Anfang des Jahres meine schlimmste Befürchtung, dass die am Ende noch koalieren könnten. Aber nach den gegenseitigen Hass-Bekundungen der letzten Monate ist das wohl sehr unwahrscheinlich geworden. Zudem bin ich mir sicher, dass die Blauen das rigoros ablehnen werden, da sie dann ja nicht mehr einfach nur dagegen sein könnten und durch Taten alle nächsten Wahlen gefährden würden.

Was ist also das Ergebnis des Rechtsrucks der CSU und den Zugewinnen der Rechtsradikalen? Die nächste Regierung wird voraussichtlich linker werden, als jemals zuvor in Bayern! 
Da FDP und Linke beide um die 5% herumkrebsen, ist es jetzt kaum sinnvoll, über mögliche Koalitionen zu spekulieren.
Da das Wahlrecht in Bayern etwas anders ist und die Erststimmen zu 50% auch in die Ermittlung der Gesamtprozente einfließen (was die kleineren Parteien benachteiligt), kann ich jedem Mitbayern nur dazu raten, Erst- und Zweitstimme nur dann aufzuteilen, wenn man auch wirklich den beiden Parteien jeweils eine halbe Stimme geben will. Denn auch der Direktkandidat ohne Chancen bei 5% holt damit 2,5% für seine Partei.


Für eine Demokratie ist es nie gut, wenn eine Partei zu lange an der Regierung ist. In Bayern hatte das ja zur Folge, dass sich neben der CSU keine andere Volkspartei etablieren konnte.
Bestes Beispiel war die Bürgermeisterwahl im Nachbarort Gmund diesen Herbst. Nach 18 Jahren ist der CSU-Bürgermeister Georg von Preysing nicht mehr angetreten. Stattdessen hat sein Sohn für das Amt kandidiert. Natürlich, wenn man schon prominenten Rest-Adel am See hat, könnte man daraus doch gleich versuchen eine neue Monarchie zu etablieren. Hat dann aber in der Stichwahl ganz knapp nicht geklappt.
Auch wenn ich politisch jetzt nicht so große Unterschiede gesehen habe, war das doch in meinen Augen die bessere Wahl, damit sich "Gefälligkeiten unter Familienfreunden" eben nicht weiter einschleifen und verfestigen.

Dass die CSU weiter als stärkste Kraft im Land regieren wird, steht auch dieses Jahr dennoch außer Frage. Aber immerhin wohl nicht mehr alleine oder mit einem rückgratlosen Mini-Partner. Ich hoffe, der oder die nächsten Koalitionspartner nutzen ihre Chance, wirklich etwas zu verändern und langfristig mal einen Stuhl neben die große Union zu stellen.


But don't just sit with folded hands and become blind



Dienstag, 11. September 2018

50 shades of racism


Man kann es einfach nicht leugnen: Deutschland hat ein Problem mit Rassismus. Vermutlich immer gehabt, nur haben sich die entsprechenden Leute nicht immer so deutlich getraut, ihre Meinung zu sagen, wie jetzt wieder.

Und ich fürchte genau deswegen konnte die Stimmung zuletzt so hochkochen. Vorbehalte Vorurteile gegenüber Fremdem ist an sich noch kein Rassismus, aber kann schnell dazu werden wenn man nicht darüber spricht. Was lange vor sich hin geschwelt hat, lodert uns nun entgegen und jeder tote Deutsche mit Asylbewerbern als Tatverdächtigen scheint nun zum nächsten Anlaufpunkt rassistischer Kräfte werden zu können.

Ich würde es ja gerne ändern, aber: Menschen bringen Menschen um. Schon immer. Wir Menschen sind also insgesamt eine sehr gewalttätige Spezie gegenüber allem anderen, was da auf der Erde neben und leben will.
Mehr Menschen, mehr Gewalt. Und ja, wir sind nun mal über die letzten Jahre mehr gewordenin Deutschland.

Weiter müssen wir uns den Tatsachen stellen: Männer sind gewalttätiger als Frauen. Männer vergewaltigen Frauen. Mehr Männer, mehr Gewalt. Viele Asylsuchende sind Männer. Junge Männer, die erstmals ohne Aufsicht sind und freien Zugang zu Alkohol haben. Dazu viel zu viel Zeit.
Also ja, es gibt Asylsuchende, die hier her kommen, und dann Straftaten begehen. Menschen kommen ums Leben. Und ja, diese Menschen würden vermutlich noch Leben, wenn man diese Ausländer an den Grenzen abgewiesen hätte.
Und dafür wären viel mehr Menschen an den Grenzen gestorben. Menschen rufen auf der Straße "Absaufen! Absaufen!" - Hauptsache "die anderen" kommen nicht zu uns. Lieber 100 andere als "einer von uns". Lieber einer von denen, als einer von uns.

Das ist Rassismus.
Ich sehe es in veränderten Gesichtern, wenn ich von meiner Arbeit erzähle. Wie letztens am See im Gespräch mit pensionierten Nachbarn, ein Haus am Tegernsee, ein anderes auf Amrum. Andere Immobilien vermietet. Sie wohnen, wo es ihnen gerade besser gefällt. Und sie finden es furchtbar, dass man jetzt so viel Geld für Deutschkurse ausgibt, aber niemand den armen Rentnern hilft.
Aber ich sehe es auch in meinen Kursen, denn nicht nur Deutschland hat ein Problem mit Rassismus. Nach meinen Erfahrungen, vermute ich, dass auch Afghanistan auf diesem Gebiet mithalten kann: Schwarze sind dreckig, putzen nicht und am besten redet man nicht mit denen. Großes Drama, wenn ein paar Tassen in der Küche herumstehen und die in die Spülmaschine geräumt werden sollen. Ich fass diese Tasse nicht an, wenn da vielleicht ein SCHWARZER daraus getrunken hat.

Vereinzelt immer wieder solche Aussagen, aber immer wieder von Afghanen.
Oder sollten wir uns einfach freuen, wie gut die schon integriert sind?

Ich bin aber auch schon als Rassist beschimpft worden, z.B. weil ich einem Schüler aus Somalia eine schlechte Note gegeben habe (zu meiner Verteidigung: Er hatte nur die Hälfte der Klausur überhaupt bearbeitet). Aber sowas geht dann trotzdem schnell mal bis zur Schulleitung, bevor es sich in Rauch auflöst.

Am Ende von manchen Tagen versuche ich da dann auch einfach mal alle Menschen gleich zu hassen. Aber es gelingt mir nicht. Zum Glück.


Differnt people, they walk different roads
Some of them will hurt you, but some of them won't
...
Are there any survivors, or am I here alone?


Montag, 23. Juli 2018

Über See-Hunde und die Zeit




Zum 4.Mal erlebe ich den Sommer nun schon hier am See. Abends am See sitzen, erst schwimmen, dann lesen. Am Wochenende zum Frühstück an den See. Oder auch mal am Nachmittag an den See, aber das wird mir dann doch schnell zu heiß zur Zeit.

Am See dann auch immer wieder die selben Menschen. Menschen, die ich den Winter über kaum sehe, aber dann im Sommer fast jeden Tag. Familien, Paare, einzelne Schwimmer, die meisten schon etwas älter. Da gibt es z.B. das eine ältere Paar, dass seit vier Jahren abends immer zum Schwimmen kommt und manchmal einen fast blinden Hund dabei hatte. Letzte Woche dann aber plötzlich einen ganz jungen Hund dabei hatte, der sich noch nicht entscheiden konnte, ob er ganz begeistert vom See sein soll, oder doch lieber Angst vor dem Wasser hat.

See-Hunde gibt es hier ja auch jede Menge. Einige sind lästige Kläffer und man ist froh, wenn die mit ihren Menschen wieder weiter gezogen sind. Aber einige lustige Exemplare sind auch dabei. Wie z.B. ein großer weißer Hund, der mit Vorliebe seine Runden im See schwimmt und sich dann im Staub wälzt. Oder ein brauner Hund der sich jeweils einen großen Stock sucht, und dann von seinen Menschen gejagt werden will. Der dann aber an der Bank festgebunden wird und wenn seine Menschen im Wasser verschwinden unsäglich zu jaulen beginnt, so lange, bis sie wieder aus dem Wasser zurück sind.

Oder dann gab es auch Dackeldame Zenzi, die uralt, mit dickem Bauch undkahlen Stellen im Fell auf winzigen Füßen umhergewackelt ist. Alles in einem Tempo, bei dem jede Schildkröte in einem Rennen echte Chancen gehabt hätte.
Aber sie ist immer tapfer ihrem Menschenpaar hinterher, das jedes Jahr auch immer langsamer und wackeliger über den Steg gelaufen ist.
Dieses Jahr nun erstmals ohne Hund und deswegen sichtlich geknickt, wenn wieder jemand fragt, wo denn die Zenzi steckt.
Was mich allerdings etwas verstört: Seit sie ohne Hund kommen, kommen sie auch immer wieder mal ohne Kleidung. So wie heute Nachmittag.

Schnell vergeht die Zeit am See. 

Freitag, 18. Mai 2018

3,5 Jahre Integrationsarbeit - ein Zwischenfazit


Seit September 2014 habe ich nun in unterschiedlichen Projekten überwiegend mit Flüchtlingen zu tun. Von jungen Männern bis hin zu älteren Frauen war alles schon dabei, insgesamt waren es bisher rund 300 Migranten aus Afrika, dem vorderen Orient und Asien.
Während die Einwanderungsgegner ja wöchentlich den Untergang des Abendlandes anprangern will ich daher lieber mal berichten, wie es hier ganz konkret aussieht.

Mittlerweile treffe ich immer wieder ehemalige Schüler von mir bei der Arbeit. Wenn ich in einem Supermarkt einkaufen gehen will müsste ich mittlerweile ein gutes Stück fahren, wenn ich dort niemanden von meinen ehemaligen Schülern treffen wollen würden. Der Einzelhandel ist generell recht gut abgedeckt und die "Verkäufer/in gesucht (Vollzeit / Teilzeit)" - Plakate sind deutlich weniger geworden. Einige haben bereits die 2jährige Ausbildung im Einzelhandel erfolgreich abgeschlossen, manche wagen sich nun sogar an das dritte Ausbildungsjahr heran.
Auch im Krankenhaus würde ich auf einige Ehemalige von mir treffen und noch mehr in Altenheimen. Die 1jährige Ausbildung zum Pflegehelfer haben viele geschafft, viele arbeiten jetzt in ihren Berufen und manche machen gerade die 3jährige Ausbildung. In diesen Berufen arbeiten v.a. Leute, denen es ein wirkliches Anliegen ist, sich gerade um alte Leute zu kümmern, weil es in ihren Ländern unmöglich scheint, einen alten Menschen allein zu lassen. Was hier an Geduld und Freundlichkeit mitgebracht wird, kann wirklich Vorbildfunktion für uns Deutsche haben.

Ebenfalls im Gastgewerbe haben ein paar die 2jährige Ausbildung abgeschlossen, aber die meisten arbeiten dort als Hilfskräfte. Ähnlich sieht es in den Handwerks- und Mechaniker-Berufen aus.

Auffällig ist, dass fast alle Syrer mittlerweile einen deutschen Abschluss haben oder zielsicher darauf zusteuern. Bei den Afghanen sehe ich die Abschlussquote bei rund 60% - hier fallen etliche Analphabeten ins Gewicht, die kaum Chancen auf mehr als eine Hilfsarbeiterstelle haben. Am schwersten tun sich viele Afrikaner sowohl bei der Alphabetisierung als auch beim Überwinden der kulturellen Unterschiede. Aber dass es möglich ist, zeigen mir ein paar herausragende Beispiele.
Aber gerade die Integrationskurse, die durchschnittlich ca. 3/4 Jahr dauern, sind einfach zeitlich viel zu straff organisiert, als dass der durchschnittliche Eritreer oder Somalier da mitkommen kann. Die afrikanischen Sprachen sind oft komplett anders organisiert, manchmal gibts es eine andere Schrift  (Eritera) oder die Leute haben nie ordentlich schreiben gelernt.

Erfreulich ist aber, dass wirklich sehr viele mittlerweile Arbeit haben, auch wenn es nur Hilfsarbeiterjobs sind. Nur ganz wenige wollen tatsächlich nichts tun und "den Sozialstaat melken" , wie so gerne geschimpft wird. Wenn man sich die Familien anschaut, die hier sind, so sind vor allem die erwachsenen oder heranwachsenden Kinder beruflich auf sehr guten Wegen, was ja nun eigentlich für den Familiennachzug sprechen würde.

Aber stattdessen bleibt bei vielen die Angst vor "noch mehr" Migranten, die uns die Jobs "wegnehmen", die wir seit Jahren gar nicht haben wollen.
Unsinnig ist im Grunde auch, wenn junge Leute keine Arbeitserlaubnis bekommen, auch wenn ein Betrieb sie einstellen würde, weil es seit Jahren keinen Deutschen gibt, der dort eine Ausbildung machen möchte. Stattdessen bleibt die Stelle lieber unbesetzt und der Migrant sitzt im Flüchtlingsheim fest.

Aber die Wege des Gesetzes sind nun mal leider nicht logisch und auch nicht immer gerecht.

Von straffällig gewordenen Ehemaligen weiß ich übrigens lediglich von vieren.
Untergang und Chaos? Ich sehe da nichts am Horizont drohen. Außer wenn der nächste G20 Gipfel wieder in Deutschland stattfinden sollte.


In a world that has decided that it's going to lose its mind, be more kind my friends
Try to be more kind.


Montag, 2. April 2018

Leseliste 2018

Fast ein Jahr ist hier nun schon ohne ein Lebenszeichen von mir vergangen! Ich  hatte zwar ab und an überlegt, mal wieder etwas zu schreiben, aber am Ende dann doch keine Zeit gefunden. Hinter mir liegt immerhin mein beruflich erfolgreichstes Jahr, was natürlich viel Arbeit aber auch einige schöne Reisen mit sich gebracht hat. Viele Dinge, die ich eigentlich auch tun wollte, mussten dabei dann aber zurückstecken. Daher habe ich letztes Jahr auch verhältnismäßig wenig gelesen und das meiste als E-Book, sprich: Nicht zu Hause gemütlich im Sessel.

Anstatt hier zu zu machen habe ich mir aber vorgenommen, wieder zu schreiben. Derzeit arbeite ich auch "nur" etwa 2/3 meines Pensums vom letzten Jahr, was auf Dauer sicherlich gesünder für mich sein wird.

Aber zur Literatur: Ich habe letztes Jahr die Rivers of London für mich entdeckt: Eine Mischung aus Sherlock Holmes und Harry Potter in das heutige London versetzt. Zauberei und Wissenschaft, Tradition und moderne Technik  zusammen. Und ein Spannungsbogen, der sich erst über mehrere Bände entwickelt. Also auch wem der 1.Teil nicht so gefallen hat, empfehle ich weiterzulesen!
Diesen Herbst wird der nächste Teil erscheinen, aber mir fehlt bisher eh noch ein kompletter Roman und eine Erzählung aus der Reihe.
Außerdem habe ich mir endlich Max Frisch vorgeknüpft. Mit einem Teil seiner Tagebücher und dem Stiller bin ich schon durch und soweit wirklich begeistert. Weiter geht es mit Homo Faber und seinen übrigen Romanen, bevor dann sein dramatisches Werk dran ist.
Und mein drittes Leseprojekt werden Märchen und Sagen sein. Mit den germanischen Sagen werde ich anfangen und will dann zu 1001 Nacht. Märchen aus Australien liegen auch bereit, ebenso wie griechische und französische und dann werde ich mal sehen, wie viel Lust ich auf mehr habe.



2017:   6.459 Seiten
2016:   7.732 Seiten
2015: 10.414 Seiten
2014:   9.638 Seiten
2013:   8.145 Seiten
2012:   7.017 Seiten
2011:   9.097 Seiten 


Done:   3.517   

  • Max Frisch: Romane. Erzählungen. Tagebücher  *****
  • Ben Aaronovitch: Foxglove Summer *****
  • Stephen King: It  *****
  • Philip Roth: Everyman  ****
  • David Mitchell: Cloud Atlas  *****
  • Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel ***
  • Timur Vermes: Er ist wieder da *
  • Felix Dahn: Walhall. Germanische Götter und Heldensagen **
  • Constanze Elter: Freiberufler. Fit fürs Finanzamt ****



Doing:
    • Max Frisch: Sämtliche Stücke ( 859 Seiten)
    • Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 1 ( 371 / 562 Seiten) ***
    • Sir Arthur Conan Doyle: The Complete Sherlock Holmes ( 1592 Seiten)
    • Ralf Isau: Der Mann, der nichts vergessen konnte ( 46 / 460 Seiten) ***
      • Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 1 ( 356 Seiten)


        To do: ( 17.840 Seiten)

        Bücher: ( 10.272 Seiten)

        - Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne ( 721 Seiten)
        - Gottfried Keller: Der grüne Heinrich ( 807 Seiten)
        - Theodor Storm: Der Schimmelreiter ( 146 Seiten)
        - Wilhelm Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse ( 176 Seiten)
        - Adalbert Stifter: Abdias ( 105 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Todesarten. Malina und unvollendete Romane ( 554 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Erzählungen ( 598 Seiten)
        - Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann Handbuch ( 308 Seiten)
        - Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege ( 909 Seiten)
        - Brian Moore: Schwarzrock ( 265 Seiten)
        - Ngugi wa Thingo'o: Wizard of the Crow ( 768 Seiten)
        - Jesús Díaz: Die Initialen der Erde ( 507 Seiten)
        - Augusto Roa Bastos: Ich, der Allmächtige ( 464 Seiten)
        - Herfried Münkler (Hrsg.): Politisches Denken im 20. Jahrhundert ( 379 Seiten)
        - Péter Esterházy: Harmonia Caelestis ( 921 Seiten)
        - Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ( 373 Seiten)
        - Wilhelm Busch: Und überhaupt und sowieso. Reimweisheiten ( 160 Seiten)
        - Gregor Piatigorsky: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen ( 221 Seiten)
        - Ralf Isau: Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz ( 500 Seiten)
        - K.L. McCoy: Mein Leben als Fön ( 204 Seiten)
        - Anneliese Löffler (Hrsg.): Märchen aus Australien. Traumzeitmythen der Aborigines ( 255 Seiten)
        - Georgios A. Megas (Hrsg.): Griechische Volksmärchen ( 304 Seiten)
        - Ré Soupault (Hrsg.): Französische Märchen. Volksmärchen des 19. und 20. Jahrhunderts ( 279 Seiten)
        - Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 2 ( 348 Seiten)


        E-Books: ( 7.568 Seiten)

        - Ben Aaronovitch: The Hanging Tree ( 400 Seiten)
        - Virginia Woolf: The Complete Novels ( 1242 Seiten)
        - W. Somerset Maugham: Of Human Bondage ( 624 Seiten)
        - Jules Verne: Die Reise nach dem Mittelpunkt der Erde ( 273 Seiten)
        - Victor Hugo: Der Glöckner von Notre Dame ( 468 Seiten)
        - Stendhal: Rot und Schwarz ( 481 Seiten)
        - Leo Tolstoi: Krieg und Frieden ( 1645 Seiten)
        - Stefan Zweig: Gesammelte Werke ( 800 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 2 ( 577 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 3 ( 557 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 4 ( 501 Seiten)

        Samstag, 15. April 2017

        Ostern




        Da meine Kursteilnehmer überwiegend Moslems sind, kommt es da immer wieder zu Diskussionen über den Glauben. Und es gibt da ja auch viele Gemeinsamkeiten, nicht nur weil die monotheistischen Religionen einen gemeinsamen Ursprung haben.

        Fast alle Gespräche kommen dann aber doch zu den Unterschieden, bzw. zu dem großen Unterschied: Die Rolle die Jesus einnimmt. In diesem Punkt ist der Islam viel logischer: Warum sollte Gott Mensch werden und sterben? Allah ist groß und allmächtig. Er vergibt oder bestraft wie er will und wann er will, weil es niemanden gibt, der höher steht. Er ist das Gesetz. Das ist völlig logisch und nicht besonders schwer zu verstehen.

        Aber ich glaube an den Gott, der auf die Erde gekommen ist, um uns Menschen wieder nah zu sein. Der Gott, der seine Stärke aufgegeben hat, um den Schwachen zu helfen. Der Gott, der gestorben ist, damit wir die Chance auf ein neues Leben haben.
        Ich glaube an den Gott, der Hierarchien durchbrochen hat. Der vorgelebt hat, damit wir nachfolgen können. Ein Gott, der nicht für die Willkür eines Herrschers, sondern zu seinem Wort steht.
        Ein Gott, dessen Logik höher ist als menschliche Logik, und den wir daher nie vollständig verstehen können. Aber dem es sich lohnt nachzufolgen, weil die Welt dann zu einem besseren Ort werden kann. 
        Indem wir wissen, dass wir gut sind, so wie wir sind. Dass wir geliebt werden, so wie wir sind. Dass es für Fehler Vergebung gibt.
        Indem wir auch nicht mehr nur für uns leben, sondern uns selber auch mal zurücknehmen können, um anderen Leuten zu helfen.

        "Und schwarz wird zu grau, wird zu rot, wird zu Licht." (M.W.) - Auch heute Nacht wieder. Frohe Ostern!

        Mittwoch, 5. April 2017

        Leseliste 2017


        2016 war ja ein turbulentes Jahr. Nach vielen Gedanken über die Arbeit im September der Schritt in die Selbständigkeit - da wundert es nicht, dass ich den Kopf oft nicht frei hatte, um einfach mal einen Abend entspannt lesen zu können.
        Dazu kommt, dass auch einfach weniger Zeit fürs Lesen bleibt, wenn meine Laufrunden jetzt bis zu 3 Stunden dauern oder ich den halben Tag in den Bergen herumlaufe. 
        Aber da ich mit diesen Entwicklungen in meinem Leben sehr zufrieden bin, nehme ich es in Kauf, dass andere Hobbys eben kürzer treten müssen.
        Wenn ich auf die Liste vom letzten Jahr schaue, dann waren da auch nicht so viele Bücher dabei, die mich richtig reingezogen haben, so dass man sie kaum noch weglegen konnte. Vargas Llosa hat mich eher enttäuscht und ich bin mit meinem Spanisch auch immer wieder an Grenzen gestoßen. Ein paar kostenlose Krimis hab ich mir zur leichten Sommerunterhaltung als E-Books geholt und war auch nur mäßig begeistert. Die Romantiker und die englischsprachigen Klassiker konnten mich da schon mehr begeistern.
        Für dieses Jahr freue ich mich auf ein paar Franzosen und Südamerikaner. Als nächstes steht aber auch ein Japaner auf dem Programm. Kleist habe ich mir auch fest vorgenommen. Und dann schauen wir mal, worauf ich spontan Lust bekomme.



        2016:   7.732 Seiten
        2015: 10.414 Seiten
        2014:   9.638 Seiten
        2013:   8.145 Seiten
        2012:   7.017 Seiten
        2011:   9.097 Seiten 


        Done:  6.459 Seiten  

        • Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote  **** 
        • Heinrich von Kleist: Werke  ***
        • Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen  ****
        • Rüdiger Safranski: Wieviel Wahrheit braucht der Mensch  *** 
        • Erich Fromm: Haben oder Sein  ****
        • Der Koran ( 438 / 522 Seiten) (2016: 161S.)
        • Klaus H. Dieckmann: Mein geliebtes Persisch **
        • Haruki Murakami: Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah ****
        • Haruki Murakami: Von Männern, die keine Frauen haben ****
        • Diverse: Kurzgeschichten für Zwischendurch ***
        • Albin Zollinger: Der Fröschlacher Kuckuck **
        • Albin Zollinger: Pfannenstiel **
        • Albin Zollinger: Der halbe Mensch  *
        • Albin Zollinger: Gedichte ***
        • E. Sawyer: Kalktown Stories **
        • Wilkie Collins: The woman in white  ***
        • Ben Aaronovitch: Rivers of London ***
        • Ben Aaronovitch: Moon over Soho ****
        • Ben Aaronovitch: Whispers Under Ground ****
        • Ben Aaronovitch: Broken Homes *****


        Doing:
        • Max Frisch: Romane. Erzählungen. Tagebücher ( 717 / 1782 Seiten) ****
        • Ben Aaronovitch: Foxglove Summer ( 116 / 385 Seiten)
        • Constanze Elter: Freiberufler. Fit fürs Finanzamt ( 99 / 228 Seiten) ****
        • Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 1 ( 356 Seiten)


        To do: ( 22.765 Seiten)

        Bücher: ( 11.797 Seiten)

        - Max Frisch: Sämtliche Stücke ( 859 Seiten)
        - Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne ( 721 Seiten)
        - Gottfried Keller: Der grüne Heinrich ( 807 Seiten)
        - Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel ( 206 Seiten)
        - Theodor Storm: Der Schimmelreiter ( 146 Seiten)
        - Wilhelm Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse ( 176 Seiten)
        - Adalbert Stifter: Abdias ( 105 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Todesarten. Malina und unvollendete Romane ( 554 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Erzählungen ( 598 Seiten)
        - Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann Handbuch ( 308 Seiten)
        - Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege ( 909 Seiten)
        - Brian Moore: Schwarzrock ( 265 Seiten)
        - Ngugi wa Thingo'o: Wizard of the Crow ( 768 Seiten)
        - Jesús Díaz: Die Initialen der Erde ( 507 Seiten)
        - Augusto Roa Bastos: Ich, der Allmächtige ( 464 Seiten)
        - Herfried Münkler (Hrsg.): Politisches Denken im 20. Jahrhundert ( 379 Seiten)
        - Péter Esterházy: Harmonia Caelestis ( 921 Seiten)
        - Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ( 373 Seiten)
        - Wilhelm Busch: Und überhaupt und sowieso. Reimweisheiten ( 160 Seiten)
        - Gregor Piatigorsky: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen ( 221 Seiten)
        - Ralf Isau: Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz ( 500 Seiten)
        - Ralf Isau: Der Mann, der nichts vergessen konnte ( 460 Seiten)
        - K.L. McCoy: Mein Leben als Fön ( 204 Seiten)
        - Anneliese Löffler (Hrsg.): Märchen aus Australien. Traumzeitmythen der Aborigines ( 255 Seiten)
        - Georgios A. Megas (Hrsg.): Griechische Volksmärchen ( 304 Seiten)
        - Ré Soupault (Hrsg.): Französische Märchen. Volksmärchen des 19. und 20. Jahrhunderts ( 279 Seiten)
        - Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 2 ( 348 Seiten)


        E-Books: ( 10.968 Seiten)

        - Ben Aaronovitch: The Hanging Tree ( 400 Seiten)
        - Stephen King: It ( 1169 Seiten)
        - David Mitchell: Cloud Atlas ( 545 Seiten)
        - Sir Arthur Conan Doyle: The Complete Sherlock Holmes ( 1877 Seiten)
        - W. Somerset Maugham: Of Human Bondage ( 624 Seiten)
        - Jules Verne: Die Reise nach dem Mittelpunkt der Erde ( 273 Seiten)
        - Victor Hugo: Der Glöckner von Notre Dame ( 468 Seiten)
        - Stendhal: Rot und Schwarz ( 481 Seiten)
        - Leo Tolstoi: Krieg und Frieden ( 1645 Seiten)
        - Stefan Zweig: Gesammelte Werke ( 800 Seiten)
        - Felix Dahn: Walhall. Germanische Götter und Heldensagen ( 486 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 1 ( 565 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 2 ( 577 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 3 ( 557 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 4 ( 501 Seiten)

        Dienstag, 10. Januar 2017

        Wintersport


        Und auch in das Jahr 2017 bin ich mit einer neuen Herausforderung gestartet: Langlauf!





        Wenn ich nun schon hier am Alpenrand wohne und das nächste Skigebiet wirklich nicht weit entfernt liegt, habe ich dieses Jahr nun einfach gewagt und mir eine Skiausrüstung gekauft, die ich dann auch gleich ausprobiert habe.
        Gut 20 Jahre ist es her, dass ich im Skilager in der Schule in die Loipe musste und seitdem nicht mehr. Dafür waren die ersten 45 Minuten in der Loipe auch gar nicht so peinlich, und die 2 Stürze und ein paar unbeholfene Versuche vertretbar. Denn leider bin ich auch direkt auf die falsche Loipe geraten... Ich hatte mir ja extra eine einfache kleine Runde für den Anfang ausgesucht und mir auf der Karte angeschaut, wo ich hin muss: Den Berg hoch zu diesem Dorf, dann rechts und bis zum Parkplatz. Keine 15 Minuten mit dem Auto, also die besten Voraussetzungen, um das regelmäßig zu machen. Wie ich jetzt weiß, bin ich dann allerdings im falschen Dorf, nämlich ein Dorf zu früh, rechts abgebogen. Aber hier im bayerischen Oberland scheint es egal zu sein, in welchem Dorf man rechts abbiegt: Irgendwann kommt ein Parkplatz mit einer Loipe.
        Doch statt 2 Kilometer blaue Loipe mit 27 Höhenmeter, bin ich frohen Mutes auf eine 9 km lange schwarze Loipe mit 160 Höhenmeter gestiegen. Da es nicht der Start der Loipe war, sondern mitten drin in der Runde, gab es auch zunächst kein Schild und ich bin fröhlich drauf los. Als es dann immer schneller bergab ging und ich mich der Frage stellen musste, wie ich eigentlich bremsen kann, erschien mir die Landung auf dem Hintern doch gar keine so schlechte Abwechslung. Als ich dann an eine Abzweigung kam, konnte ich dann endlich auf einem Schild sehen, dass ich mich auf einer schwarzen Loipe befand. Zurück konnte ich da nun auch nicht mehr so einfach, denn es handelte sich um eine Einbahnstraße. Aber die rote Loipe, die meinen Weg kreuzte, führte mich auch zurück, aber nicht ohne noch eine Abfahrt inklusive kleiner Bodenwelle und einer Kurve. Eine weitere Gelegenheit, um sich mal kurz in den Schnee zu setzen.

        Mittlerweile weiß ich nun auch, wo meine blaue Loipe gewesen wäre und ich bin guten Mutes, dass ich da bei der nächsten Gelegenheit einen neuen Versuch wagen werde. Denn für morgen und übermorgen gibt es ja schon wieder eine Unwetterwarnung wegen Sturmböen und Schneefall.

        Dienstag, 20. Dezember 2016

        Alles, was wir tun können




        People are dying.

        I close my blinds.





        Gestern Abend habe ich über Facebook Postings auch mitbekommen, was in Berlin passiert ist. Ich habe die Schlagzeilen gelesen und dann weiter geklickt. Ich wollte keine Details wissen, keine Sondersendung sehen und den aktuellen Stand der Todesopfer nicht wissen.

        Genauso habe ich das gemacht, als ich von Anschlägen in Masar-i-Sharif gehört habe. Oder in Mogadischu. Oder Bilder von Aleppo. Oder ich weiß mehr wo das war.
        Und in Spanien gibt es gerade Überschwemmungen.

        Es ist zu viel. Ich brauch keine Bilder von Trümmern mehr. Von weinenden Menschen. Von fassungslosen Trauernden mit Blumen und Kerzen. Und ich brauche auch keine Diskussionen über Schuld und Maßnahmen und die öffentliche Meinung.

        Versteht mich nicht falsch: Wenn so etwas passiert, will ich die Schlagzeilen lesen. Ich will die Information bekommen.
        Aber dann will ich auch wieder los lassen. Ich will nicht hilflos rumsitzen und mir neue Details und Spekulationen antun. Gebt mir zu Beginn die Information - und am Ende einen Bericht. Das reicht.

        Bei manchen Attentaten und Unfällen klappt das doch genau so. Man hört die Nachricht, nach einer Weile wird recherchiert darüber berichtet, und dann ist es auch wieder vorbei.
        Ich muss und ich kann nicht um Leute trauern, die ich nicht kenne, egal ob die in München, Berlin , Paris oder Mogadischu gestorben sind.
        Die Menschen die Angehörige und Freunde verloren haben, sollen in Ruhe trauern können. Dazu brauchen sie mich nicht. Und den Rest der Öffentlichkeit auch nicht.

        Ich will einfach nicht mein Profilbild ändern, weil ich den zahlreichen Opfern dadurch nicht gerecht werden kann, die es täglich gibt. Weil es zu viel wäre, verzichte ich lieber ganz.

        Wenn es hier vor der Haustür passiert, würde ich raus gehen und helfen so gut ich kann.
        Aber ich bin weit weg.

        Gestern Abend habe ich also nicht weitergeklickt und weitergelesen. Ich war erst traurig, habe den Computer ausgemacht und war dann froh, dass ich vor dem Ofen sitzen und eine warme Tasse Tee trinken kann, während 4 Kerzen am Adventskranz brennen.

        Viele Leute in Berlin konnten sich gestern Abend nicht mehr freuen, das ist leider wahr.
        Aber ich konnte das für sie übernehmen. Denn was hätte ich sonst tun können?


        All we can do is keep breathing



        Sonntag, 27. November 2016

        Frei trotz Arbeit




        1.Advent, und das Jahr ist fast schon wieder vorbei. Wow. Wenn ich zurück blicke, scheint mir der Weg bis zum letzten Januar sehr sehr lang. Und ich finde es erstaunlich, wie weit das auch schon wieder hinter mir liegt. Aber das macht auch noch mal deutlich, wie weit man kommen kann, wenn man jeden Tag ein Stück geht. Bis nach Italien z.B.

        Dieses Jahr war schwierig, von Anfang an. Die Arbeit selbst und noch mehr die Arbeitssituation haben sehr viel Kraft gekostet. Eine Kollegin hat richtig Ärger gemacht, Schüler gemobbt, Kollegen gemobbt, mit der Schulleitung gestritten. Aber unsere Chefin hat es leider nicht auf die Reihe bekommen, rechtzeitig zu reagieren, und so hat sich die Situation bis Juli durchgezogen, mal mehr, mal weniger akut.
        Außerdem habe ich feststellen  müssen, dass alle meine Kollegen (inklusive der Terror-Frau), bereits unbefristete Verträge bekommen hatten, auch wenn sie teilweise erst 1 Jahr nach mir gekommen sind. Ich wurde zwar durchgehend mit Lob überschüttet und habe immer mehr Aufgaben und Verantwortung bekommen, aber mein Vertrag wurde - vergessen?

        Also was tut man, wenn man unzufrieden ist und nicht weiter kommt? - Man schaut sich anderweitig um. Bewerbungen raus schicken bin ich ja nun wirklich gewohnt und daher hatte ich wie früher auch schon einenganzen Schwung auf einmal rausgehauen. Aber dass dann keine einzige Absagen gekommen ist, war dann doch neu für mich. Diesmal musste ich die Absagen erteilen, also eine sehr gute Übung für mich, das mit dem "Nein sagen" zu lernen.


        Eine der aufregendesten Entscheidungen hatte ich an dieser Stelle schon angedeutet: Ich hätte nach Peru gehen können. Allerdings nur für 3 Jahre. Letztlich war es dann aber das ausschlaggebendste, dass ich Deutschland nicht verlassen will, wenn ich hier gerade als Deutschlehrer für die Flüchtlinge so sehr gebraucht werde. Die wollte ich dann doch nicht gegen die reichen Kinder Südamerikas eintauschen.

        Währenddessen wollte mein aktueller Arbeitgeber mich auch behalten und hat mir im Juli dann doch einen unbefristeten Vertrag ab September zugeschickt. Nur noch meine Unterschrift fehlte und so konnte ich ganz entspannt der Dinge harren, die da noch so gekommen sind.

        Und ich musste überlegen und rechnen und auf meinen Bauch hören. Und am Ende habe ich den Schritt gewagt und mich selbstständig gemacht! Seit September bin ich jetzt als Freiberufler unterwegs, kann viel entspannter unterrichten und mein Konto wird dabei sogar immer voller.
        Da ich für Krankheiten und Arbeitsausfälle nun selbst aufkommen muss, habe ich mir also etwas zurücklegen müssen, und wenn man dann erstmals auf seinem Kontoauszug einen fünfstelligen Betrag am Ende sieht, den man sich selbst erarbeitet hat, macht einen das doch schon sehr stolz.

        Ich bin jetzt nicht mehr Angestellter eines Kooperationspartners, der mich über weite Strecken alleine lässt (und auch gar keine Ahnung von meinem Beruf hat), sondern ich bin jetzt selbst der Kooperationspartner. Dazu werde ich in nächster Zeit auch sehr gut mit Arbeit eingedeckt sein und brauch mir über die Kundenaquise keine Gedanken machen. Viele Möglichkeiten lasse ich derzeit also noch ungenutzt, und kann mich langsam, aber ordentlich um alles kümmern.

        Zwar musste ich mich erstmal in die ganzen rechtlichen Angelegenheiten einlesen und wie das nächstes Jahr mit der Steuererklärung wird, kann noch mal spannend werden, aber ich denke, ich bin auf einem guten Weg, das Stück für Stück alleine bewältigen zu können.

        Ein langer Weg liegt nicht nur hinter mir, sondern hoffentlich auch vor mir. Und ich bin gespannt, wie es weiter geht und wo es mich hinführen wird.

        Sonntag, 16. Oktober 2016

        Die Zweite Hälfte




        2mal ein Halbmarathon ergibt doch auch einen ganzen, oder? Auf jeden Fall habe ich mich 3 Wochen nach meinem ersten Versuch in Tegernsee gleich noch mal in München an den Start begeben. Als einer von insgesamt über 20.000 Menschen. Davon standen 8.000 beim Halbmarathon am Start.

        Es lief  nicht ganz so rund diesmal: Seitenstechen, Zwicken in der Wade und Rückenschmerzen. Anstatt frühzeitig einen Gang runter zu schalten, hab ich mich aber weiter getrieben. Im Nachhinein keine gute Idee, denn bei jeder Versorgungsstation habe ich zugreifen müssen und am Ende habe ich mich nur noch irgendwie laufend über die Ziellinie geschleppt. Die Zeit war nach wie vor ein Traum mit knapp 2:32 Stunden, denn noch im August hatte ich nicht damit gerechnet, dieses Jahr noch an die 2,5 Stunden ran zu kommen.
        Nur Spaß gemacht hat der Lauf so halt leider überhaupt nicht und danach wurde es noch schlimmer.
        Die erste große Hürde waren dann nämlich schon die Treppen aus dem Olympiastadion hinaus. Viele Treppen. Steile Treppen. Und meine Beine wollten sich kaum noch vom Boden heben lassen...
        Aber: anderen ging es auch so und manche mussten sich gar von Sanitätern tragen lassen.

        Völlig K.O. musste ich dann erstmal meinen Kleidersack suchen und damit zur Olympiahalle für die Duschen. Dort standen die Zeichen dann auf Sauna, so dass mein Kreislauf mächtig ins Straucheln gekommen ist. Freundliche Kollegen haben mir dann direkt ätherische Öle ins Gesicht geschmiert und mit vielen Pausen war dann sowohl das Duschen als auch die Heimfahrt in U- und S-Bahn erfolgreich.

        Der Muskelkater am Tag danach hatte dann bisher nie gekannte Dimensionen angenommen, aber auch das ging vorbei. Dass ich mich seitdem auch mit einer Erkältung rumschlage wundert mich nicht wirklich, aber die wird jetzt erstmal in aller Ruhe auskuriert und der Sport muss warten. 
        Für den nächsten Lauf im Mai um den Schliersee habe ich mich aber schon angemeldet, zum Jahresauftakt wieder 10 Kilometer. Und dann schauen wir mal, wie weit es nächstes Jahr geht.

        Montag, 19. September 2016

        ein halber Marathon




        Ich hatte es hier ja schon angekündigt: Als neue sportliche Herausforderung hatte ich mir für dieses Jahr den Halbmarathon vorgenommen. Mein Ziel war, die Strecke in unter 3 Stunden zu schaffen und über Monate habe ich mich Kilometer für Kilometer an diese Distanz rangelaufen.
        Eine Weile dachte ich, dass ich nicht über die 18 km hinaus komme, denn das blieb lange der Punkt, an dem ich kaum noch die Beine vom Boden heben konnte. Aber im Laufe des Sommers wurde ich dann doch immer zuversichtlicher, dass ich die 21 km durchlaufen werde und ich die 3 Stunden locker schaffen kann. In einem Trainingslauf schaff ich sogar die 2:40 Stunden und bin Stolz wie Oskar.

        Letzten Sonntag war es dann soweit: Tegernseelauf! Und ich dreh diesmal nicht wie letztes Jahr nach 5 km um, sondern lauf einmal komplett um den See. Das Wetter war regnerisch aber nicht zu kühl.
        Eigentlich hatte ich mich drauf eingestellt, von Anfang mein Tempo zu laufen, was mich dann wohl schnell ans Ende des Felds befördert hätte. Deswegen habe ich mich ja auch bei der Startaufstellung gleich mal weit hinten eingereiht. Aber wie das so ist, wenn da 4500 Leute auf einmal los laufen: Man läuft einfach mal mit.

        Und ich war auch super motiviert, alles lief am Anfang ganz locker, schön mit dem hinteren Feld mit.
        Der Blick auf meine Lauf-Uhr verrät mir, dass ich für meine Verhältnisse viel zu schnell unterwegs bin und mein Kopf drückt beständig auf die Bremse. Aber ich bin entspannt, genieße die Aussicht und laufe einfach weiter. An meiner Wohnung komm ich auch vorbei und kann meinen Nachbarn zuwinken und mir geht es immer noch blendend. 
        Nach 10km stelle ich dann fest, dass das gerade eben die schnellsten 10km meines Lebens waren... und ich ja noch nicht mal einen Schlussspurt eingelegt habe. Ich war mächtig stolz, aber langsam kam auch die Angst: Was passiert jetzt auf den nächsten 11 Kilometern? Geht mir die Luft aus und ich breche völlig zusammen?
        Ich will mich weiterhin bremsen, aber das funktioniert irgendwie gar nicht, wenn da am Straßenrand ständig Leute stehen und klatschen und anfeuern. Und ich grinse immer noch wie ein Honigkuchenpferd.

        Meine Zwischenzeiten bleiben bis 14km konstant. Dann beginnt das dicke Ende, denn es geht 4km lang stetig bergauf. Verständlicherweise werde ich langsamer, aber während andere ins Gehen wechseln, laufe ich tapfer weiter. Außerdem beginnt es jetzt richtig zu regnen, was aber immerhin meinen heißgelaufenen Kopf wieder abkühlt.
        Bisher bin ich an alles Verpflegungsstationen vorbei gelaufen, aber die letzte Station bei Kilometer 18 sehne ich dann doch herbei und ich nehme dankbar 2 Becher mit isotonisch-zuckerigen Flüssigkeiten. Ich weiß es kommen noch 3 Kilometer, bei denen es jetzt erstmal bergab geht, dann wieder bergauf und dann nochmal bergab ins Ziel. 

        Der Regnen hat wieder nach wieder nachgelassen und jetzt will ich es endgültig wissen: Mit Schwung laufe ich den Berg hinunter und spüre meine Oberschenkelmuskeln regelrecht aufschreien.
        Aber da müssen die jetzt durch. Der letzte Anstieg geht wieder über einen Kilometer und ist zugleich der steilste auf der ganzen Strecke. Ein paar müde Läufer müssen Pause einlegen und sich dehnen, aber ich laufe tapfer weiter und kämpfe. Alles tut mittlerweile weh, aber jetzt will ich auch nicht mehr kürzer treten. Der Berg ist geschafft, und es geht wieder bergab. Ich werde wieder schneller und auf den letzten 500 Metern will ich noch mal alles geben, was geht.
        Doch dabei will ich zu viel und mein rechtes Bein beschwert sich jetzt sehr deutlich. Also runter vom Gas, weiter laufen, locker bleiben, keinen Krampf riskieren.
        Ich kann das Zieltor schon sehen und will es jetzt nur irgendwie über die Ziellinie schaffen, damit meine Zeit stoppt. Kurz denke ich noch, dass ich jetzt doch noch vor dem Ziel zusammenbreche und nicht mehr aufstehen kann... aber dann bin ich im Ziel. 

        21,1km und die Uhr bleibt stehen bei 2 Stunden 25 Minuten und 20 Sekunden! Wow... sogar unter 2,5 Stunden! Mein letzter Kilometer war fast genauso schnell wie mein erster und dazwischen gab es keine außergewöhnlichen Schwankungen.
        Ich war in diesem Halbmarathon jetzt schneller unterwegs als letztes Jahr noch bei den 10km! Darauf bin ich sehr stolz und ich bin gespannt, wie das bei meinem 2.Halbmarathon klappen wird, der ja nun in 3 Wochen schon ansteht. Ich sag also nur: Läuft bei mir!

        Montag, 5. September 2016

        Über die Alpen




        Ich habe es getan: Ich bin vom Tegernsee nach Italien gelaufen! 
        Reiseführer gekauft, Etappen geplant, Hotelzimmer reserviert, einen viel zu kleinen Rucksack mit dem Nötigsten randvoll gepackt und los gelaufen.
        Blauäugig und unbedacht, ohne Pullover oder warme Jacke. Einfach mal drauf los.

        Gleich die erste Etappe hat mich über die Blauen Berge nach Österreich geführt. Es sollte die längste Tagestrecke meiner Wanderung werden mit den meisten Höhenmetern und zudem auch noch am heißesten Tag meiner Reise. Eine erstklassige Kombination gleich für den Start! Geschlagene 10 Stunden bin ich unterwegs bevor ich am Achensee an meiner Pension ankomme. Völlig durchgeschwitzt und am Ende durfte ich mir dort dann anhören, dass leider alle Zimmer belegt sind und meine Reservierung irgendwie untergegangen sein muss. 
        Ich habe aber einen Ausdruck der Bestätigung per Email dabei, den Besitzern ist es sehr peinlich und so wird mal eben schnell das Massagezimmer leergeräumt, ein Bett für mich aufgebaut und mir ein sehr günstiges Angebot gemacht, das ich nicht abschlagen kann. Schon allein deswegen nicht, weil ich keinen Schritt weiter laufen kann.

        Vorausschauend habe ich am 2.Tag eine erste Pause eingeplant und ich kann wieder Kräfte sammeln, während ich auf dem Balkon dem Regen zuschaue.


        Die zweite Etappe am Achensee entlang und tags drauf die dritte Etappe weiter ins Zillertal verlaufen hingegen weitgehend entspannt. Nur als ich dann die Seilbahn ins Hochzillertal hinauf nehme und von dort oben ringsum nur noch Berge sehen kann, bekomme ich doch kurz weiche Knie: Was habe ich mir da nur vorgenommen? Egal. Weiter gehts.

        Ich muss mir meine Kräfte einteilen, rechtzeitig Pause machen und auch ordentlich Essen.
        Und immer wieder überrascht mich die Stille da oben in den Bergen: Manchmal muss ich stehen bleiben, um nichts zu hören, so gewaltig ist das. Und dann pfeift irgendwo plötzlich ein Murmeltier.

        Im Hochzillertal, mitten im Skigebiet mache ich einen weiteren Tag Pause.
        Ich bin in einem fast leeren 4-Sterne-Hotel. Angeblich soll es noch einen weiteren Gast geben, aber ich sehe und höre am ersten Tag niemanden außer mir. Dafür genieße ich Sauna und Pool für mich ganz alleine. Am 2.Tag sind dann zwei weitere Münchnerinnen im Hotel, die ebenfalls die Alpenüberquerung machen.



        Die letzten 3 Etappen dann am Stück. Zuerstmal die 4.Etappe ans Ende des Zillertals, und dann weiter in der 5. Etappe über den Alpenhauptkamm ins Pfitschtal! Bisher war das Wetter optimal und ich bin kein einziges Mal nass geworden. Aber wie schon die erste Grenzüberquerung nach Österreich wird die Grenze nach Italien ein hartes Stück Arbeit. Es schüttet und ich bin nach zwei Stunden trotz Regenponcho schon durchnässt. Aber: Der Inhalt meines Rucksacks bleibt trocken! Ich habe mich mit zwei weiteren Wanderern zusammengeschlossen um diese Etappe bei diesem Wetter zu meistern. Ein Fluss kreuzt immer wieder den Weg, bzw. der Weg ist bei dem ganzen Regen zu einem Fluss geworden. Wir laufen weiter.



        Der Regen wird zwar nicht weniger, aber es mischen sich immer mehr dicke Schneeflocken mit hinein, der Wind wird immer stärker und schließlich bläst es uns nur noch Flocken ins Gesicht. Wie sehr habe ich nun einen Pullover vermisst. Aber wir stapfen weiter die Serpentinen den Berg hoch. Der Wind bläst uns abwechselnd von vorn oder von der Seite den Schnee gegen den Körper. Eine gefühlte Ewigkeit dauert es, bis wir endlich das Joch passieren und uns im Rasthaus aufwärmen können.
        Der Abstieg verläuft dann überraschend einfach: Kein Schnee, kein Regen und auch kein Wind mehr.
        Unsere Zweckgemeinschaft trennt sich dann auch wieder.

        Die letzte Etappe durchs Pfitschtal nach Sterzing ist dann wie ein Spaziergang. Ich mache sogar einen kleinen Abstecher auf einen weiteren Berg und freue mich dann, bei Sonnenschein am Ziel anzukommen.

        Es war alles dabei: Hitze und Schnee, Einsamkeit und Gemeinschaft und viele tolle Aussichten!
        Ich bin sehr stolz, dass ich das geschaffte habe. Insgesamt bin ich etwa 150km gelaufen, nur 3 mal Zug, Seilbahn und Bus zu Hilfe genommen, sogar weniger als es der Reiseführer empfohlen hat.
        Und bei allem hat es mir erneut gezeigt, was ich schaffen kann, auch wenn ich ganz auf mich allein gestellt bin. Und dass da dann trotzdem zur rechten Zeit Leute auftauchen und man sich gegenseitig weiterhelfen kann.




        Dienstag, 21. Juni 2016

        Auf dem Steg




        Montag Abend, ich sitze auf dem Steg, die Füße im Wasser. Durch den Regen vom Wochenende reicht der See direkt bis unter die Holzplanken und ich sitze damit nur knapp über dem Wasser. Das Wasser ist kalt, die Sonne dafür um so heißer. Eine sanfte Brise weht eine Wolke weißer, flockiger Samen herüber, ich blinzle in die Sonne und versuche diese unwirklich-idyllische Atmosphäre in mich aufzunehmen.
        Dieser See und diese Berge - ich bin verliebt. Ich möchte am liebsten auf dem Steg sitzen bleiben und über dem Wasser schweben.

        Die Fähre kommt vorbei, macht eine 180° Drehung und legt am anderen Ufer an.
        Beachtliche Wellen rollen auf mich zu. Alles um mich herum scheint plötzlich in Bewegung. Mein Magen dreht sich auch ein bisschen, als die Welle immer näher heran rollt, direkt vor mir ist, lautlos unter mir hindurch rauscht und schließlich ans Ufer schwappt. Ich sitze sicher auf dem Holz, das sich kein Stück bewegt.

        Der Moment war wunderschön, ich genieße die Zeit hier am See. Es fühlt sich wie Urlaub an - und langsam wächst der Gedanke, dass es bald woanders weiter gehen könnte.

        Donnerstag, 19. Mai 2016

        Dumm gelaufen

        Stromausfall, sengende Sonne und ein Reisebus - mein 10km-Lauf um den Schliersee verlief dieses Jahr einiges schwieriger als letztes Jahr.

        Statt Sonntag Vormittag war der Start diesmal Samstag Nachmittag und das diesjährige Wetter Auf-und-Ab hatte mal kurz auf Sommer geschaltet. Als ich mit dem Auto nach Schliersee fahre gehen bei der Tankstelle an der Straße plötzlich die Lichter aus - wie ich später erfahre ein Stromausfall in gleich zwei Dörfern.
        Auch wenn man zum Laufen nun keinen Strom braucht, für die Zeitmessung allerdings schon. Daher verschiebt sich der Start etwas nach hinten und wir stehen derweil in der Sonne am See. Soweit noch alles entspannt, und schließlich geht es dann auch los.

        Dumm nur: Die Straßensperrung hat sich nicht verschoben und etwa nach einer Viertelstunde fahren auch schon wieder die Autos die Hauptstraße entlang, auf der ich eigentlich auch laufen sollte. Also verlegt sich unsere kleine Laufgruppe am Ende des Feldes mal eben auf den Gehweg - noch immer alles entspannt.

        Dann kommt die Abzweigung zum Bauernhofmuseum, durch das wir jetzt eine Schleife laufen müssen. Ein Reisebus steht groß und breit vor der Einfahrt und wir wissen erstmal gar nicht, wo wir denn jetzt hin müssen. Ein Polizist winkt uns energisch, dass wir weiterlaufen sollen und schickt uns einen Weg lang, auf dem uns schon etliche Läufer entgegenkommen. Das macht mich zwar stutzig, aber da die anderen auch weiterlaufen und sonst keiner da ist, den man fragen könnte, renn ich mal mit. Nach etwa 300 Meter steht der nächste Streckenwart der uns etwas verwirrt anschaut, also halte ich an und frage nach und tatsächlich: Wir laufen die Schleife in die falschen Richtung.
        Die anderen in meiner Gruppe nehmen dann gleich die Abzweigung zum Halbmarathon und ich steh auf einmal allein da und muss die Strecke zurück laufen. Nicht mehr ganz so entspannt.

        Mit Frust im Bauch sprinte ich dann also doch noch den Berg zum Museum hoch, auf der anderen Seite wieder runter. Ich bin jetzt erstmal der letzte Läufer und die ersten Walker schauen mich schon ganz komisch an, und fragen mich, wo ich denn jetzt herkomme. Die Walker können nebenbei noch reden, mir fehlt zu weitläufigen Erklärungen allerdings der Atem und ich renne weiter, viel zu schnell.

        Plötzlich bimmelt auch noch eine Kuhglocke hinter mir und ein Streckenfahrrad zieht an mir vorbei. Das begleitet den Führenden des Halbmarathons der mich jetzt auch noch überholt. Ich auf Kilometer 7 (+ 600m Extra-Runde), der auf Kilometer 18. Der Schweiß läuft mir in die Augen und an der Verpflegestation kippe ich einen Becher Wasser runter - und entscheide mich dann trotz brennender Lungen Vollgas weiter zu laufen. Dem Halbmarathonläufer geht nämlich auch sichtlich die Puste aus. Am Ende kommt der zwar immer noch 3 Minuten vor mir ins Ziel, aber ich halte mich wacker und kann doch noch ein paar Läufer nicht nur ein- sondern auch überholen.

        Mit meiner Leistung kann ich also sehr zufrieden sein, denn trotz Sonne, trotz 600 zusätzlichen Metern und trotz Verwirrung war ich sehr schnell unterwegs.

        Für Juni habe ich mich jetzt zu einem Sonnwendlauf (11,5 Km) im Allgäu angemeldet. Da solls vor allem durch den Wald gehen und die Gefahr, dass Reisebusse den Weg versperren ist wohl deutlich geringer!

        Sonntag, 24. April 2016

        Lohnende Qual

        Seit März bin ich nun wieder intensiv am Laufen um mein großes Projekt "Halbmarathon" zu schaffen. Für den München Marathon muss ich die Strecke in unter 3 Stunden laufen, also hatte ich mir das erstmal groß auf meine Fahnen geschrieben. Pro Stunde macht das 7 Kilometer, das wäre schon mal langsamer, als ich bisher unterwegs bin. Also: Geschwindigkeit etwas runter und dafür Stück für Stück länger. Hört sich einfacher an als es ist...

        Die 14 km in 2 Stunden waren kein Problem, aber dann... Der 15.Kilometer wollte lange gar nicht klappen: Ich konnte meine Beine kaum noch vom Boden heben, die Muskeln haben weh getan und aus irgendeinen Grund begann dann auch mein rechter Unterarm zu krampfen. Die ersten Versuche waren reines durchbeißen, ohne Spaß einfach nur weiter vorwärts kommen.
        Zum Glück konnte ich schnell Erfolge sehen! Der 15.Kilometer hat bald auch Spaß gemacht und der Kampf fing erst ab der 16 an, usw.

        Auf meiner neue Trainngsstrecke am Fuß des Wallbergs entlang und dann die Weissach Richtung Kreuth hinunter muss ich zudem 200 Höhenmeter bewältigen. Das zieht zwar nochmal extra in den Oberschenkeln, aber dafür ist es landschaftlich umso schöner. Und wenn mir schon alles weh tun muss, dann wenigstens am idyllischen Bergbach entlang. Und für Trainingszwecke ist etwas mehr Berg ja auch nicht verkehrt.

        Letzte Woche bin ich abends mal wieder eine kleine 6 km Runde gelaufen und war erstaunt, wie schnell und locker ich da jetzt unterwegs sein kann! Den letzten Kilometer bin ich regelrecht gesprintet und war dann zwar außer Puste aber nicht am Ende meiner Kräfte.
        Die Qualen für jeden neuen Kilometer mehr lohnen sich also!

        Murakami hat in seinem Buch über das Laufen geschrieben, dass er beim Marathon ab einem gewissen Punkt immer kämpfen musste. Eine Weile hatte ich Angst, dass bei mir dieser Punkt schon vor den 21km erreicht sein könnte.

        Am Samstag bin ich nun wieder los gelaufen ohne mir vorher recht zu überlegen, welche Distanz ich denn jetzt angehen soll. Eigentlich wären die 18km dran gewesen. Doch dann habe ich spontan entschieden, komplett um den See zu laufen, also die 21km. So schnell wie es eben geht, so locker wie möglich. Nach 18km war ich dann ja auch schon fast wieder am Ziel, und es hat nach wie vor gut geklappt. Vermutlich lags doch daran, dass es auf dieser Strecke nur etwa 50 Höhenmeter Unterschied gab, denn es ging nach 19 Kilometern immer noch halbwegs locker weiter. Erst beim letzten Anstieg ein paar Schritte gehen und dann bergab nochmal Gas geben - fertig waren die 21 Kilometer. Und die Uhr bleibt stehen bei: 2 Stunden und 45 Minuten! Wahnsinn!

        Der Schmerz kam dann erst hinterher, als ich schon wieder zu Hause war und das Adrenalin sich verbraucht hatte. Aber nichts was eine heiße Dusche und ein entspanntes Rest-Wochenende im Bett nicht kurieren kann.

        In 2 Wochen steht schon wieder der Schliersee-Lauf an, bei dem ich "nur" bei den 10 Kilometern an den Start gehe. Ich sehe dem sehr zuversichtlich entgegen und hoffe mich selbst übertreffen zu können.
        Bis September könnte es dann ruhig so weiter gehen!

        Freitag, 1. April 2016

        Leseliste 2016

        5 Jahre nach Beginn der Zählung habe ich die magische Marke von 10.000 Seiten knacken können! Das habe ich v.a. meinen E-Book-Reader zu verdanken, der das Lesen im Dunkeln so bequem macht. Da greife ich Abends gleich viel lieber rüber auf meinen Nachttisch und lese, bis mir die Augen zufallen. Oder auch morgens wenn ich aus irgendwelchen Gründen viel zu früh wach werde.
        Auch unterwegs finde ich ihn sehr praktisch und auch im Zug sind mir die Lichtverhältnisse jetzt einerlei.
        Auch die Auswahl die es an kostenlosen Klassikern gibt spricht sehr für meine Anschaffung, oder zu welchen Preisen ich jetzt Gesamtausgaben kaufen kann. Und natürlich der Platz! Kein neues Regal, kein weiterer Stauraum, kein schweres Umräumen mehr. Selbst das ausmisten ist viel einfacher und was ich nicht mehr brauche schiebe ich auf die Cloud oder auf einen USB-Stick und da ist es dann trotzdem nicht für immer weg.

        Dennoch werde ich mich nicht ganz von den Büchern verabschieden. Einerseits gibts nicht alles als E-Book, und andererseits hat das Blättern auf Seiten doch seinen eigenen Reiz, auf den ich nicht endgültig verzichten will. Wenn ich im Sommer wieder im See schwimmen werde, wird am Ufer ein Buch auf mich warten. Mein Reader bleibt da dann zur Sicherheit lieber weggeschlossen zu Hause.

        Allerdings ist meine Leseliste insgesamt durch diese Anschaffung wieder um einiges länger geworden und das Stöbern im E-Book-Shop verleitet viel leichter auf "kaufen" zu klicken.
        Aber meine Warteliste an physischen Büchern ist weiter geschrumpft und Neuanschaffungen waren letztes Jahr absolute Ausnahmen. Dafür ist die neue Liste an E-Books jetzt fast schon genau so lang und meine Wunschliste noch länger.
        Aber wie immer: Eins nach dem anderen, Seite für Seite.

        2015: 10.414 Seiten
        2014:   9.638 Seiten
        2013:   8.145 Seiten
        2012:   7.017 Seiten
        2011:   9.097 Seiten 

        Done:  7.732 Seiten   

        • Stephen King: Wolves of the Calla ****
        • Stephen King: Song of Susannah ***
        • Stephen King: The Dark Tower ***
        • F. Scott Fitzgerald: The Great Gatsby ***
        • Oscar Wilde: The picture of Dorian Gray ****
        • Mario Vargas Llosa: Conversación en La Catedral **
        • Rahel Sanzara: Das verlorene Kind **
        • Joseph von Eichendorff: Werke ****
        • Ludwig Tieck: Werke ****
        • Philipp Multhaupt:
          Über die Erhabenheit toter Katzen und das Umwerben trauriger Mädchen ****
        • Achim Zygar: Tod eines Pizzabäckers ***
        • Kurt Jahn-Nottebohm: Dunkelkammer ***
        • Christiane Kördel: Seezeichen 13 **
        • Gerhard Schweizer: Syrien verstehen ***
        • Rüdiger Safranski: Romantik ***
        • Claudia Kilian: Starthilfe für Freiberufler  ****

        Doing:
        • Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote ( 913 / 1103 Seiten) **** 
        • Rüdiger Safranski: Wieviel Wahrheit braucht der Mensch ( 101 / 209 Seiten) ***
        • Der Koran ( 161 / 522 Seiten)
        • Klaus H. Dieckmann: Mein geliebtes Persisch ( 64 / 127 Seiten) **
        • Constanze Elter: Freiberufler. Fit fürs Finanzamt ( 31 / 228 Seiten)
        • Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 1 ( 356 Seiten)


        To do: ( 23.451 Seiten)


        Bücher: ( 13.837 Seiten)

        - Ralf Isau: Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz ( 500 Seiten)
        - Ralf Isau: Der Mann, der nichts vergessen konnte ( 460 Seiten)
        - K.L. McCoy: Mein Leben als Fön ( 204 Seiten)
        - Heinrich von Kleist: Werke ( 883 Seiten)
        - Max Frisch: Romane. Erzählungen. Tagebücher ( 1782 Seiten)
        - Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne ( 721 Seiten)
        - Gottfried Keller: Der grüne Heinrich ( 807 Seiten)
        - Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel ( 206 Seiten)
        - Theodor Storm: Der Schimmelreiter ( 146 Seiten)
        - Wilhelm Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse ( 176 Seiten)
        - Adalbert Stifter: Abdias ( 105 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Todesarten. Malina und unvollendete Romane ( 554 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Erzählungen ( 598 Seiten)
        - Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann Handbuch ( 308 Seiten)
        - Heimito von Doderer: Die Strudelhofstiege ( 909 Seiten)
        - Brian Moore: Schwarzrock ( 265 Seiten)
        - Ngugi wa Thingo'o: Wizard of the Crow ( 768 Seiten)
        - Jesús Díaz: Die Initialen der Erde ( 507 Seiten)
        - Augusto Roa Bastos: Ich, der Allmächtige ( 464 Seiten)
        - Erich Fromm: Haben oder Sein ( 234 Seiten)
        - Herfried Münkler (Hrsg.): Politisches Denken im 20. Jahrhundert ( 379 Seiten)
        - Péter Esterházy: Harmonia Caelestis ( 921 Seiten)
        - Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ( 373 Seiten)
        - Wilhelm Busch: Und überhaupt und sowieso. Reimweisheiten ( 160 Seiten)
        - Gregor Piatigorsky: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen ( 221 Seiten)
        - Anneliese Löffler (Hrsg.): Märchen aus Australien. Traumzeitmythen der Aborigines ( 255 Seiten)
        - Georgios A. Megas (Hrsg.): Griechische Volksmärchen ( 304 Seiten)
        - Ré Soupault (Hrsg.): Französische Märchen. Volksmärchen des 19. und 20. Jahrhunderts ( 279 Seiten)
        - Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 2 ( 348 Seiten)


        E-Books: ( 9.614 Seiten)

        - David Mitchell: Cloud Atlas ( 545 Seiten)
        - Wilkie Collins: The woman in white ( 450 Seiten)
        - Jules Verne: Die Reise nach dem Mittelpunkt der Erde ( 273 Seiten)
        - Diverse: Kurzgeschichten für Zwischendurch ( 389 Seiten)
        - Sir Arthur Conan Doyle: The Complete Sherlock Holmes ( 1877 Seiten)
        - Victor Hugo: Der Glöckner von Notre Dame ( 468 Seiten)
        - Stendhal: Rot und Schwarz ( 481 Seiten)
        - Leo Tolstoi: Krieg und Frieden ( 1645 Seiten)
        - Stefan Zweig: Gesammelte Werke ( 800 Seiten)
        - Felix Dahn: Walhall. Germanische Götter und Heldensagen ( 486 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 1 ( 565 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 2 ( 577 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 3 ( 557 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 4 ( 501 Seiten)

        Sonntag, 13. März 2016

        Raus aus der Höhle!


        Stress bei der Arbeit: Streit mit Kollegen, 3 neue Klassen zum Halbjahr und ein organisatorisches Chaos. Als dienstältester DaZ-Lehrer bin ich da jetzt auch irgendwie in Leitungsverantwortung reingerutscht und bin jetzt anscheinend der Bescheid-Wisser und IT-Flüsterer.

        Da passiert es mir dann schnell mal, dass ich ein Wochenende komplett zu Hause verschlafe. Und dann geht es am Montag weiter und irgendwie fühle ich mich leer und gar nicht ausgeruht.
        Daher gibt es dieses Wochenende das Kontrastprogramm: Freitag Abend Konzert einer afrikanischen Band, Samstag ein spontaner Ausflug nach Kufstein und heute gehts noch nach München zum nächsten Konzert, diesmal deutsche Musik.
        Und am Montag kann ich viel zufriedener und ausgeglichener in die nächste Woche starten.


        Sonntag, 14. Februar 2016

        نیمه ماراتن - oder: Isch hab Midlife


        ...und am Ende laufe ich dann erschöpft aber glücklich ins Olympiastadion ein!
        Vor ein paar Wochen saß ich da und habe mich für meine diesjährigen Lauf-Events angemeldet. Wie letztes Jahr geht es los im Mai mit einer Runde um den Schliersee, was dann mein dritter 10km-Lauf werden wird. Im September steht dann erneut der Tegernsee-Lauf an, und auch da will ich diesmal um den ganzen See herum, also Halbmarathon! Meine ersten Versuche waren gar nicht so schlecht, auch wenn ich konditionell noch einiges tun muss, damit ich nach 15km keine Pause machen muss. Aber selbst mit 10 Minuten Pause bleibe ich noch unter 3 Stunden, also mal schauen, was sich bis September noch tut.

        Aber da alle guten Dinge 3 sind, schaue ich einfach mal weiter, was es hier denn noch so für Läufe gibt, bei denen man teilnehmen könnte. München-Marathon? Naa, kein Marathon. Aber kann man da vielleicht auch kürzere Strecken laufen? Tatsächlich: Halbmarathon und 10 km stehen zur Auswahl... und alles endet im Olympiastadion! Wow! Also will ich mich für die 10km anmelden, bis mir auffällt, dass der Start schon um 8 Uhr ist. Davor muss ich die Unterlagen abholen und natürlich erst mal nach München fahren... uff. Der Halbmarathon startet erst 2 Stunden später... was ich im September am Tegernsee kann, kann ich im Oktober doch auch in München! Also: Noch ein 2.Halbmarathon in diesem Jahr!

        Am Donnerstag bin ich nun nach einer witterungs- und erkältungsbedingten 6-wöchigen Pause wieder gelaufen... uff. Langsam anfangen! Am Donnerstag war nach 5km schon Schluss, am Samstag habe ich mich dann auf 7,5km getrieben. Kalt, matschig, überall noch etwas Schnee - einfach wars nicht. Aber darauf kann man ja nun aufbauen.

        Nebenbei muss ich dann auch wieder Vokabeln lernen, denn ich mache derzeit auch noch einen Persisch-Kurs. Um die arabische Schrift zu lernen und selbst eine Ahnung davon zu bekommen, was viele meiner Schüler beim Deutsch-Lernen durch machen müssen, habe ich mich da nun hinein gestürzt und versuche mich bereits mit den ersten Sätzen.

        Letztens saß ich dann am Küchentisch, hab Vokabelkarten geschrieben und Schreiben geübt, als sich plötzlich eine Frage ganz nach vorne in meinen Kopf drängte: Ist sie das, die Midlife-Crisis???
        Ein größeres Auto hab ich mir nicht gekauft... dafür aber ein größeres Bett. Ich überlege ernsthaft im Sommer nach Italien zu wandern - zu Fuß über die Alpen. Wenn Elefanten das schon geschafft haben sollen...

        Oha, ja da kommt dieses Jahr schon einiges zusammen, was ich neu ausprobieren will. Statistisch gesehen müsste ich jetzt auch etwa in der Mitte meines Lebens sein. Aber Krise? Nee, also ich seh keine Krise. Und dieses Midlife ohne Krise fühlt sich eigentlich sehr gut an!


        PS: نیمه ماراتن = Halbmarathon auf Persisch

        Donnerstag, 19. November 2015

        Sleeping at Last: Saturn






        You taught me the courage of stars before you left
        How light carries on endlessly, even after death
        With shortness of breath, you explained the infinite
        How rare an beautiful it is to even exist

        I couldn't help but ask
        For you to say it all again
        I tried to write it down
        But I could never find a pen

        I'd give anything to hear
        You say it one more time
        That the universe was made
        Just to be seen by my eyes

        With shortness of breath, I'll explain the infinite
        How rare an beautiful it truly is that we exist