Samstag, 20. Juli 2013

Übergelaufen

Kann es denn möglich sein, dass mitten in einer Halle, in der viele Leute arbeiten, ein Kessel mit Schokolade überlaufen kann, und es eine halbe Stunde lang niemand bemerkt? Kaum zu glauben, aber der Frühschicht passiert. Und wer kam dann in der Spätschicht dazu alles wieder sauber machen zu dürfen? Richtig, meine Wenigkeit. 

Und so waren wir dann rund 3 Stunden lang beschäftigt: Fest gewordene Schokolade vom Boden kratzen, den Rest mit heißem Wasser zu schmelzen und unter viel Schrubben zu entfernen. Maschinen auseinanderbauen, putzen und wieder zusammen bauen.

Was für ein Freitag... aber jetzt ist ja doch endlich Wochenende geworden.

Und immerhin weiß ich nun, dass es eben doch möglich ist: Unmengen von Schokolade wegputzen und dabei Kalorien verbrennen!

Sonntag, 14. Juli 2013

I smiled and suddenly hell broke loose

Samstag Nachmittag, Drogeriemarkt.
Ganz bieder stehe ich mit Klopapier und Zitronensäure zum Entkalken an der viel zu langen Schlange an der Kasse. Allen ist heiß, Kinder quängeln, es geht nur langsam vorwärts.

Der Mann hinter mir kann nun auch endlich seine Waren aufs Band legen und ich schiebe noch schnell so einen Trennbalken hinter mein Klopapier. Und da sehe ich: Eine große Packung Kondome, Gleitgel und noch irgendeine kleine bunte Tube. Ein Lächeln drängt sich mir da ins Gesicht und ich nicke meinem Nebenmann wohlwollend zu. Oder zumindest war das meine Intention. Der fasst das aber wohl anders auf:

"Ey, was glotzt du denn so??"

Und dann sagt er die magischen Worte:

"Hier gibts GAR NICHTS zu sehen!"

Und da wird es an beiden Kassen plötzlich ganz still und alle Leute verrenken sich die Hälse um zu sehen, was denn da passiert. Ich hingegen drehe dem ganzen den Rücken zu und wende meinen Blick fest nach vorne. Denn schon beginnen ein paar Hausfrauen zu tuscheln. Jemand lacht. Irgendwas passiert hinter mir.
Ich riskiere einen Blick zurück... der Mann hat seine Sachen gepackt und verschwindet gerade wieder im Inneren des Marktes. Ein anderer Kunde lacht nun lauter. Ich bin mir zahlen an der Reihe. Die Kassiererin meint mit einem Lächeln, dass ich ihr doch bitte nicht die Kunden vertreiben soll. Ich sage dass es mir Leid tut und verschwinde so schnell wie möglich.

Oh weia.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Gewonnen!

Du kannst der Gewinner sein
Von Auto, Haus und Sonnenschein
...oder auch: Von einer CD! Yay! Gestern kam sie mit der Post! Einfach so, ohne Grund!

Dem Radiosender meines Vertrauen hab ich vor ner Weile eine Mail geschickt wegen einer Verlosung, und schwupps, hats mich getroffen. Der Elch weiß halt doch Bescheid!

Da war das gewinnen doch einfach! Doch wie der Herr Pohlmann da singt: Gewinnen kann eigentlich jeder. Mehr noch: Jeder kann der Größte sein, der sich nur traut es zu versuchen:

Du musst dein Zuhaus verlassen
Lässt es zurück auf fremden Straßen
Weißt nicht, was dich erwartet
Da, wo du hingehst
Du lernst zu fallen und kannst es wagen
Ist auch die Hoffnung so zerschlagen

Alles mit der Hilfe eines kleinen Yoda im Ohr:

Train yourself to let go
Of everything you fear to lose



Pohlmann. - Nix ohne Grund

Samstag, 22. Juni 2013

Da biste platt

Also seit ich jetzt 5mal die Woche in die Schokoladenfabrik muss und das etwas abgelegen ist, kann ich da mit dem Auto meiner Mutter hinfahren. Denn sonst stünde ich da Nachts um 23 Uhr, wenn meine Schicht vorbei ist, ganz schön finster in der Pampa.

Doch letzte Woche stand das Auto dann irgendwie etwas schief in der Gegend rum! Ja, da war die Luft raus aus einem Hinterrad. Reifen kaputt. Also musste der Wagenheber ran und das Ersatzrad kam endlich mal zu einem Einsatz. Als dann keine Schraube mehr locker war, ging es dann doch wie gewohnt weiter. In der Werkstatt hatten sie dann allerdings nur noch Winterreifen vorrätig, also musste ein neuer Reifen erst bestellt werden. Der Ersatzreifen freute sich also auf weitere Einsätze und musste nicht gleich zurück in den Kofferraum.

Doch letztlich brach dann doch der Tag an, der der letzte des Ersatzreifens werden sollte. Doch dann, Nachts nach der Arbeit: Ein Vorderreifen hatte schlapp gemacht. Und diesmal gabs kein Ersatzrad mehr. Mist. Was tun, nachts um 23 Uhr? Ein Gewitter gerade am aufziehen... super. Erst will ich das Auto stehen lassen. Aber was mach ich dann am nächsten Tag? Ich erinnere mich an eine spektakuläre Nachricht, wie eine alte Frau mit einem kaputten Reifen rund 100km auf der Autobahn dahingebrettert ist. Könnte ich da nicht in tiefster Nacht ein Stück auf der Landstraße dahinschleichen? Ich wage es: Mit 30 km/h mache ich mich auf den Weg durch den Regen. Vorsichtig in jede Kurve... und schließlich in die heimische Garage: Geschafft! Dort hängen dann die rettenden Winterreifen, von denen einer wieder zum Einsatz kommt.

 Da wir das Auto gebraucht gekauft hatten, ist es uns völlig entgangen, dass die Reifen ja auch gebraucht waren. Und so waren die nun auch schon 11 Jahre alt - und eigentlich sollte man ja spätestens nach 10 Jahren die Reifen wechseln (die Werkstatt empfiehlt sogar nach 7 Jahren). Denn dann passiert irgendwann das, was nun passiert ist: Die Schläuche werden spröde und werden dann gerade bei der Hitze der letzten Tage anfällig für Risse. Von außen kann man das am Profil nicht erkennen.

Statt einem neuen Reifen werden nun also gleich 4 gekauft und sind ab heute nun im Einsatz. Und hoffentlich brauch ich jetzt dann erstmal keinen Wagenheber mehr!

Sonntag, 16. Juni 2013

Choosing Joyce - Part II

Ulysses: Bloomsday

I have come to the conclusion that I cannot write without offending people.
- JJ -

Heute steigt meine Joyce Lektüre ins nächste Level auf. Was ursprünglich die 16 Kurzgeschichte für Dubliners werden sollte, ist dann doch etwas länger geraten. Und auch wenn ich jetzt ins Deutsche wechsle, werde ich vermutlich doch etwas länger als einen Tag für den Ulysses brauchen.

Happy Bloomsday, liebe Leser!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Christian und die Schokoladenfabrik

Nikoläuse! Überall Nikoläuse!


Damit ist mein Zeitgefühl für dieses Jahr nun völlig dahin: Strand und Meer im Januar und Februar, Ostern im Schnee und seit Mai nun eben Adventskalender und Nikoläuse (ebenso wie äußerst Weihnachtsfrauen in knappem Top...), die dann ab Oktober schon wieder von Hasen und Eiern abgelöst werden sollen.

Ja, derzeit habe ich beruflich nun also mit Schokolade zu tun! Nach Pizza und Kaffee vollendet das nun meine Job-Trilogie der Grundnahrungsmittel. 

Zum Glück hab ich aber nicht nur mit Weihnachtsartikeln zu tun, sondern darf z.B. auch Pralinien befüllen: mal mit Nougat, mal mit Jogurt-Variationen, mal mit Rum oder auch mal mit Champagner. Und zur Qualitätskontrolle gehören natürlich auch sensorische Proben zu denen die Mitarbeiter aufgefordert werden. Und da muss man dann eben das probieren, was es auf Grund optischer Mängel nicht in die 1.Wahl geschafft hat.

Ansonsten ist es bisweilen schon auch etwas monoton und dieses "wie schnell die Zeit doch wieder vergangen ist" - Gefühl glänzt durch Abwesenheit. Aber immerhin in einer Sache bleibt mein chaotischer Lebenslauf konstant: Finanziell konnte bisher jeder Job noch einen drauf setzen! Und den Vergleich zum Zeitaufwand zum Vorgänger darf man gar nicht erst ziehen. Selbst dann nicht wenn man die Zeit für Polizeiverhöre und vor Gericht abzieht.

Samstag, 1. Juni 2013

Choosing Joyce - Part I


Dubliners: Bloomsday -15 Tage

15 Kurzgeschichten, damit Beginne ich meine Reise in die literarische Welt von James Joyce. Und es sollte mich doch sehr wundern, wenn das nicht in einer Odyssee enden wird.
Da ich ja eine Vorliebe für komplexe Erzählstrukturen habe, habe ich mir schon viel zu lange keine Zeit für den Herrn Joyce genommen. 
Daher breche ich nun auf, erstmal mit englischer Lektüre im Gepäck, um seiner Sprache erstmal direkt auf den Pelz zu rücken.