Donnerstag, 11. April 2013

Küssen oder an die Wand klatschen?

Heute musste ich an das Märchen der Gebrüder Grimm denken: 

Weil der Prinzessin ihre goldene Kugel in den Brunnen fällt, bitte sie ja den sprechenden Frosch um Hilfe. Und weil sie dann in dessen Schuld steht, schikaniert er sie den Rest des Tages herum. Das gipfelt dann darin, dass er Abends zu ihr ins Bett steigen will. Doch da wehrt sich die mit Gold um sich werfende Frau endlich, und beschließt zur Abwechslung mal den Frosch zu werfen. Also wird der mit Wucht gegen die Wand geklatscht, und während er runter rutscht, verwandelt er sich in den Prinzen zurück, der nun wohl endlich seine Lektion gelernt hat.

Wer kam da nun also bitte auf die Idee, das "an die Wand klatschen" durch einen Kuss zu ersetzen? 
Und warum denkt man dann heute auch noch, dass Frösche küssen etwas bringen soll? An die Wand klatschen muss man die! So.

Montag, 1. April 2013

Leseliste 2013


Nach 2011 ( 9.097 Seiten) waren es 2012  dann doch nur 7.017 Seiten. Und Angesichts dessen, was da noch im Regal steht, werde ich noch Jahre beschäftigt sein. Zumal sich das ja auch noch weiter vermehrt, auch wenn ich eine hammerharte Geburtenkontrolle eingeführt habe. Am Ende bringt man dann eben doch nicht nur einen Vargas Llosa aus Peru mit, z.B. Und mal ganz zu schweigen von meiner Liste an Büchern, die ich eigentlich auch noch gern lesen würde. Aber zuerst muss nun mal das weg, was schon da ist. ;)

Immerhin: Letztes Jahr hab ich mich durch so dicke Brocken wie Infinite Jest im englischen Original durchgekämpft, und das trotz anstrengendem Job.

Also: Weiter gehts!


Done:  (8.145 Seiten)   ✔

  • Howard Clinebell: Modelle beratender Seelsorge *
  • Fred J. Greve: Seelsorge  ***
  • Armin Sierszyn: 2000 Jahre Kirchengeschichte. Band 3 **
  • Philip Yancey: Sehnsucht nach dem unsichtbaren Gott  ***
  • Jörg Roche: Fremdsprachenerwerb und Fremsprachendidaktik ****
  • Jörg Roche: Interkulturelle Sprachdidaktik ***
  • Petra Hölscher u.a.: Handlungsorientierter Unterricht mit Lernszenarien **
  • Petra Hölscher: Lernszenarien ***
  • Peter Bimmel, Bernd Kast, Gerd Neuner: Deutschunterricht planen ***
  • Helga Dieling, Ursula Hirschfeld: Phonetik lehren und lernen **
  • Karin Kleppin: Fehler und Fehlerkorrkektur  ***
  • Sibylle Bolton: Probleme der Leistungsmessung ***
  • Herman Funk, Michael König: Grammatik lehren und lernen ***
  • Rainer Bohn: Probleme der Wortschatzarbeit ***
  • Bernd Kast: Fertigkeit Schreiben ***
  • Heide Schatz: Fertigkeit Sprechen ***
  • Peter Bimmel, Ute Rampillon: Lernerautonomie und Lernstrategien **
  • Inge C. Schwerdtfeger: Gruppenarbeit und innere Differenzierung ***
  • Christa Dauvillier, Dorothea Lévy-Hillerich: Spiele im Deutschunterricht ***
  • Markus Biechele, Alicia Padrás: Didaktik der Landeskunde ***
  • Dominque Macaire, Wolfram Hosch: Bilder in der Landeskunde ***
  • Monika Bischof, Viola Kessling, Rüdiger Krechel: Landeskunde und Literaturdidaktik ****
  • James Joyce: Dubliners ****
  • James Joyce: Ulysses ***
  • Virgina Woolf: Mrs Dalloway  ****
  • Stephen King: Under the dome *****
  • Stephen King: Needful Things *****
  • Rüdiger Safranski: E.T.A. Hoffmann ****
  • E.T.A. Hoffmann: Die Elixire des Teufels ***
  • Christa Wolf: Kassandra  ****
  • Christa Wolf: Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud **
  • Stephan Thome: Grenzgang **


Doing:
  • Pablo Neruda: Antología General ( 212 / 547 Seiten) ****
  • E.T.A. Hoffmann: Die Serapions Brüder ( 406 / 1134 Seiten) ****



To do: ( 20.682 Seiten)

- Armin Sierszyn: 2000 Jahre Kirchengeschichte. Band 4 ( 431 Seiten)
- J.R.R. Tolkien: The Hobbit - There and back again ( 389 Seiten)
- J.R.R. Tolkien: The Lord of the Rings ( 1008 Seiten)
- Ralf Isau: Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz ( 500 Seiten)
- Ralf Isau: Der Mann, der nichts vergessen konnte ( 460 Seiten)
- Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote ( 1103 Seiten)
- Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne ( 721 Seiten)
- Gottfried Keller: Der grüne Heinrich ( 807 Seiten)
- Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel ( 206 Seiten)
- Theodor Storm: Der Schimmelreiter ( 146 Seiten)
- Wilhelm Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse ( 176 Seiten)
- Adalbert Stifter: Abdias ( 105 Seiten)
- Günter Grass: Die Blechtrommel ( 779 Seiten)
- Günter Grass: Katz und Maus (179 Seiten)
- Günter Grass: Hundejahre ( 682 Seiten)
- Günter Grass: Die Rättin ( 505 Seiten)
- Thomas Mann: Buddenbrocks ( 759 Seiten)
- Ingeborg Bachmann: Todesarten. Malina und unvollendete Romane ( 554 Seiten)
- Ingeborg Bachmann: Erzählungen ( 598 Seiten)
- Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann Handbuch ( 308 Seiten)
- Rüdiger Safranski: Romantik ( 394 Seiten)
- K.L. McCoy: Mein Leben als Fön ( 204 Seiten)
- H.P. Lovecraft: Das Ding auf der Schwelle. Unheimliche Geschichten ( 211 Seiten)
- Henry Slesar: Coole Geschichten für clevere Leser ( 333 Seiten)
- Brian Moore: Schwarzrock ( 265 Seiten)
- Isabel Allende: La casa de los espíritus ( 454 Seiten)
- Mario Vargas Llosa: Das Fest des Ziegenbocks ( 538 Seiten)
- Mario Vargas Llosa: Briefe an einen jungen Schriftsteller ( 116 Seiten)
- Mario Vargas Llosa: La ciudad y los perros (444 Seiten)
- Mario Vargas Llosa: Conversación en La Catedral ( 727 Seiten)
- Jesús Díaz: Die Initialen der Erde ( 507 Seiten)
- Alejo Carpentier: Die Methode der Macht ( 387 Seiten)
- Gabriel García Márquez: Der Herbst des Patriarchen ( 281 Seiten)
- Julia Alvarez: Die Zeit der Schmetterlinge ( 461 Seiten)
- Elsa Osorio: Mein Name ist Luz ( 445 Seiten)
- Erich Fromm: Haben oder Sein ( 234 Seiten)
- Péter Esterházy: Harmonia Caelestis ( 921 Seiten)
- A. E. Wilder Smith: Allversöhnung: Ausweg oder Irrweg? ( 78 Seiten)
- Bill Bright: Mitarbeit am Missionsauftrag - Wie macht man das? ( 60 Seiten)
- David Wilkerson: Das Kreuz und die Messerhelden ( 159 Seiten)
- Hans-Joachim Hahn: Umkehr in Babylon ( 156 Seiten)
- Theo Lehmann: Mir fehlt doch nichts. Reden für junge Leute. ( 96 Seiten)
- William MacDonald: ...und führte ihn zu Jesus. ( 63 Seiten)
- Wilhelm Busch: Jesus predigen - nicht irgendwas! ( 92 Seiten)
- Wilhelm Busch: Und überhaupt und sowieso. Reimweisheiten ( 160 Seiten)
- Gregor Piatigorsky: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen ( 221 Seiten)
- Anneliese Löffler (Hrsg.): Märchen aus Australien. Traumzeitmythen der Aborigines ( 255 Seiten)
- Georgios A. Megas (Hrsg.): Griechische Volksmärchen ( 304 Seiten)
- Ré Soupault (Hrsg.): Französische Märchen. Volksmärchen des 19. und 20. Jahrhunderts ( 279 Seiten)
- Goethe: Faust I + II ( 356 Seiten)
- Goethe: Die Leiden des jungen Werther ( 117 Seiten)
- Goethe: Wilhelm Meister (Lehrjahre + Wanderjahre) ( 556 + 392 Seiten)

Freitag, 22. März 2013

Warum ich schon GEZahlt habe!

Und da schon wieder jemand, der mich zu irgendwelchen Protestaktionen gegen die GEZ animieren will.
Eine Unterschriftenaktion, damit der Bundestag einsehen soll, dass die Gebühr verfassungswidrig ist? - Ach Leute! Einerseits sind die Landtage dafür zuständig, und andererseits hat der Bundestag auch nichts mit Verfassungsklagen zu tun, sondern das Bundesverfassungsgericht. Da kann man ja auch gleich zum Metzger gehen und verlangen, dass auf die Torte mehr Bio-Sahne soll.

Und drittens ist diese Steuer alles andere als neu. Nur wird sie jetzt eben anders eingetrieben, was im Vergleich zum Vorgängermodell (Leute der GEZ stehen vor der Tür und fragen nach, ob man nicht vielleicht doch einen Fernseher oder ein Radio oder einen Computer hat...) eine Verbesserung. Zumal sich jetzt diejenigen, die von der Gebühr befreit  sind (Schüler, Studenten, Arbeitslose, etc.) auch automatisch nicht mehr zahlen und keinen Antrag mehr stellen müssen. Dass diejenigen mit 2 Wohnsitzen jetzt anscheinend doppelt zahlen müssen, das sollte man hingegen noch ändern.

Nun, den meisten stinkt es jetzt eben, dass sie nicht mehr lügen können, sondern einfach zahlen müssen. Also wird jetzt plötzlich demonstriert und auf die Freiheitsrechte gepocht. Weil man ja sowieso nie ARD und ZDF schauen würde und die das Geld eh nur verschwenden für Seebühnen vor Usedom. Und das ist dann leider auch schon alles, was den Leuten zu den Öffentlich-Rechtlichen-Medien einfällt.

Statt mich nun darüber zu beklagen, dass Gelder an Till Schweiger für unterirdische Tatort-Darbietungen fließen, oder zu lamentieren dass mir  Verfilmungen von Rosamunde Pilcher Romanen sowas von gestohlen bleiben können, will ich doch lieber mal aufzählen, warum ich meine Gebühr jetzt schon seit einem Jahrzehnt zahle:

Einerseits ist da das Radio, das ich gern höre. Früher wegen der Musik, mittlerweile eher um mir zur vollen Stunde einen kurzen Nachrichtenüberblick zu verschaffen. Im Auto ist das Radio hingegen immer noch praktisch, gerade für kürzere Strecken. Außerdem war ich nun selbst auch schon mehrfach auf kostenlosen Musikveranstaltungen meines öffentlich-rechtlichen Lieblingssenders. Und ich kenne Leute, die da auch Arbeit gefunden haben.
Ich könnte mich jetzt darüber aufregen, dass rein rechtlich gesehen meine Gebühr derzeit an den bayerischen Rundfunk weitergeleitet wird (den ich so gar nicht mag), ich aber den Südwestrundfunk höre.

Weiter nutze ich auch die öffentlich-rechtlichen Dienste im Internet sehr ausgiebig: tagesschau.de ist für mich die erste Adresse, wenn ich detaillierter nach Nachrichten suche. Ich finde das dort am Vollständigsten, Zuverlässigsten und Aktuellsten. Ich erinnere mich noch gut, wie ich beim Fukushima-Unglück über den Tag verteilt mehrere Seiten verglichen habe und wie viele Nachrichten anderswo größtenteils Spekulationen waren.
Auch wenn ich die Nachrichtensendungen im Fernsehen vergleiche, dann muss man einfach sagen, dass die öffentlich-rechtlichen da Qualitativ einfach vorne liegen. Anderswo gibt es Star-News und das neue Album des letzten Casting-Stars statt Außenpolitik. Auch bei den politischen Talkrunden (auch wenn ich die nur selten sehe; reden kann man ja eh viel), habe ich den Eindruck, dass da die öffentlich-rechtlichen die Nase vorn haben.

Auch was die Sportberichterstattung angeht, so finde ich die Versuche der Privatsender jeweils etwas erbärmlich (zum Glück haben wir die Sportschau wieder!). Außerdem werden sich auch nur die derzeit beliebten Sportarten unter den Nagel gerissen und sobald man nicht mehr genug Geld damit verdienen kann, wieder abgeschoben (konnte man beim Skispringen gut beobachten).

Zugegeben: Beim Unterhaltungsprogramm bevorzuge ich doch Sachen, die auf Privatsendern laufen. Aber ich gehöre ja auch zu der werberelevanten Zielgruppe, die erreicht werden soll. Meine Mutter, die schon länger nicht mehr als werberelevant gilt, bevorzugt hingegen die öffentlich-rechtlichen: Theatervorstellungen, Mundartbühne, Volksmusik und selbst die deutschen Krimis sagen ihr zu, obwohl sie die amerikanischen gar nicht leiden kann.
Nur hin und wieder schaue ich mir mal gezielt einen Film bei den öffentlich-rechtlichen an (so langsam lerne ich auch das gratis HD zu schätzen), oder einen Konzert-Mitschnitt auf EinsPlus und wie die ganzen kleineren Anhängsel-Sender da noch alle heißen. Da gibts doch immer wieder mal nette Sachen.

Für mich haben die öffentlich-rechtlichen aber ihre Stärke in der Informationsvermittlung. Und ich finde es eben doch wichtig, dass es möglichst unabhängige Berichterstattung gibt und mir nicht der Kauf eines Musikalbums als Top-Schlagzeile serviert wird.

Dabei zahle ich nun auch Sachen, die ich nicht benutze. Soll ich mich darüber nun beschweren? Damit ich nur das zahle, was ich auch haben will? Krankenversicherung zahle ich nun auch, obwohl ich in den letzten Jahren kaum einen Arzt gebraucht habe. Regt sich da nun jemand auf? Nein, denn irgendwann könnte sich das ja ändern. Und genauso wie meine Mutter jetzt häufiger zum Arzt muss, nutzt sie mittlerweile fast ausschließlich öffentlich-rechtlich. Aber wenn sie die Wahl hätte, extra zahlen zu müssen, würde sie sicherlich sparen wollen.
Überraschenderweise überschneidet sich die Menge der Leute, die vor ein paar Jahren noch "Bildung für alle" gefordert haben, jetzt aber vorschlagen, die Nachrichten für  diejenigen, die nicht zahlen wollen, zu verschlüsseln.
Ob man die Gebühren eventuell senken sollte... möglicherweise. Darüber könnte man doch mal nachdenken. Und da könnte man auch sicherlich Argumente aufbringen und mehr Leute für eine Aktion gewinnen. Aber die Gebühr ganz abschaffen? Nein, bitte nicht.

Ob es tatsächlich noch ein paar Leute in Deutschland gibt, die mit den öffentlich-rechtlichen Medien gar nicht in Berührung kommen? Aber vielleicht könnten die die Gebühr auch zum Anlass nehmen, einfach ein paar Serviceleistungen zu nutzen?

Dienstag, 19. März 2013

Filmvorschau: Dead Man Down

Es gibt Darsteller, die scheinen ein Abo für die Sneak-Preview zu haben. Ich weiß gar nicht, wie oft ich Julianne Moore in den letzten Jahren jetzt schon dort gesehen habe. Vor ein paar Jahren war es mit Martina Gedeck ganz schlimm, weil ich die Filme mit ihr gar nicht mochte (auch wenn es weniger an ihr lag). In letzter Zeit gibt es alle Nase lang eine Komödie mit Paul Rudd, immer als Ehemann in einer Lebenskrise.

Gestern gab es dann mal wieder Colin Farell zu sehen. Der hat es ja bisher auch nie geschafft, eine wirklich gute Rolle abzugreifen. Mit "Dead Man Down" ist ihm das zumindest wieder nicht gelungen.
Er spielt Victor, der eigentlich Lazlo heißt. Und er ist auf einem Rachefeldzug, weil ein Gangster-Boss seine Familie ermordet hat. Dazu infiltriert er das Gangster-System, bringt heimlich Leute um und verschickt rätselhafte Briefe mit Teilen eines zerrissenen Bildes seiner Familie.
Ganz Profi-mäßig hat Victor/Lazlo also in seiner Wohnung hinter dem Kühlschrank ein verstecktes Zimmer mit Bildern von all denen, die er noch umbringen muss. Und nachts schaut er sich Videos von seiner Tochter an und weint.

Dann gibts da noch seine Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace). Die will auch Rache, weil ihr Gesicht durch einen Autounfall entstellt ist und der Unfallverursacher nur 3 Monate im Gefängnis saß. Als sie Victor/Lazlo dabei filmt, wie er in seiner Wohnung jemanden umbringt, scheint sie die Lösung ihrer Probleme gefunden zu haben: Victor soll für sie morden und das Video auf ihrem Handy eignet sich gut als Druckmittel.
Hier haben wir allerdings auch schon den ersten Kritikpunkt: Die Maske. OK, sie hat ein paar Narben im Gesicht. Aber so schlimm sieht das nun auch wieder nicht aus und es wirkt unglaubwürdig, dass die Kinder auf der Straße "Monster" rufen und sie mit Steinen bewerfen. Und warum sie ihre Narben nicht ab und an mit Make-Up verdeckt, ist auch nicht ganz logisch.

Heimlich verfolgt sie Victor also bei seiner Arbeit und bekommt so die Gelegenheit, ihm bei einer Flucht helfen zu können. So entwickelt sich dann langsam (sehr langsam!) eine Beziehung zwischen den beiden, mit Essen in Tupperware und einer hellgrünen Hasenpfote die Glück bringen soll.
Nebenbei arbeitet er also daran, für sie Rache zu nehmen, während seine Gangster langsam auf die Schliche kommen, welches Doppelleben er führt und er sich eigentlich beeilen sollte.

Aber irgendwie kommt der Film nicht so richtig in Fahrt. Wenn man dann mal durchschaut hat, was da denn nun genau in der Vorgeschichte zu der jetzigen Situation geführt hat, und wie komplex das Gestrüpp aus Kriminellen und Rachsüchtigen insgesamt ist, muss man dann doch erstmal noch mit ansehen, wie Victor und Beatrice sich gegenseitig bedauern und heimlich anschmachten. 
Sollte das also ein Action-Film sein? Anfang, Schluss und auch einige Szenen dazwischen deuten darauf hin. Doch dann gibts da auch diese ganzen langen Durchhänger in denen wenig passiert und hauptsächlich eine düstere, melancholische Stimmung entwickelt wird. Action-Fans gähnen dabei. Und Leute die diese stimmungsvollen Szenen mögen, werden bei der Brutalität der Kampfszenen gleich am Anfang schon abschalten.
Wikipedia nennt diesen Stilmix "neo-noir thriller crime film". Ich sage dazu eher "Rohrkrepierer der sich noch nicht mal für ein Rohr entscheiden kann".
Man muss dem Autor J.H. Wyman (The Mexcian; Fringe) und dem dänischen Regisseur Niels Arden Opelv (The girl with the dragon tatoo) zumindest Bemühtheit attestieren, hier etwas Neues zu mischen. Aber leider wirkt der Film dann eben auch vor allem eines: Bemüht. Und nur mit Mühe rettet man sich über viele Minuten, in der noch mehr Leute eingeführt werden, die Rache wollen oder an denen Rache geübt werden muss, weil sie auch irgendwie beteiligt sind. Da sitzt mal einer gefesselt und geknebelt in einer Pfütze im Keller. Dort trifft man sich nachts auf einem Schiff und will die Rache vorantreiben. Das ist dann leider doch zu überladen.

In weiteren Rollen hätten wir dann noch Terrence Howard als fast schon sympatischer Gangsterboss, Dominic Cooper als fast schon rechtschaffenen Gangster und Victors fast schon besten Freund und Isabelle Huppert als Beatrices fast schon gehörlose französische Mutter. 
Nicht mitspielen darf die Sonne, denn wenn es nicht gerade Nacht ist, dann ist es bewölkt bis regnerisch; und ich will ja nicht zu viel verraten, aber das große Gewitter gibts natürlich zum Finale.


Dienstag, 12. März 2013

Hausdurchsuchung

Der Wecker zeigt kurz nach 7.

Klingeln an der Haustüre hat mich geweckt. Aber ey, das ist zu früh. Wir haben noch geschlossen! 
Ich drehe mich wieder um.

Ding-Dong. - Ding-Dong. - Ding-Dong. - Ding-Dong.Ding-Dong.Ding-Dong.Ding-Dong.Ding-Dong.Ding-Dong....

Meine Fresse! .... Ist vielleicht was passiert? Steht das Nachbarhaus in Flammen? Oh mein Gott, ich schwebe in akuter Lebensgefahr! 

Ich falle aus dem Bett und renne zur Tür. 

"Guten Morgen. Zollfahndung." - 4 Leute stehen vor meiner Tür und halten mir erst einen Ausweis, und dann ein Stück Papier unter die Augen: Ein Durchsuchungsbeschluss. Für meine Wohnung. "Wir müssten jetzt also in Ihre Wohnung." Und schon standen sie zu viert bei mir im Gang. Ich hab keine Brille auf, bin nicht wirklich wach und habe keine Ahnung was los ist.

"Ähhm... hä? Was...?"

Langsam wird mir erklärt: Es geht um meinen ehemaligen Chef (den ersten vom letzten Jahr; nicht den zweiten, der mir mein Gehalt nicht zahlen will und behauptet, ich hätte ein Notebook eingesteckt). Der hat mir zwar Gehalt gezahlt, aber anscheinend keine Sozialversicherung. Und was halt alles so dazugehört, das man zahlen müsste, wenn man ein Unternehmen aufbauen will. So ganz legal. Und das ist nun plötzlich jemandem aufgefallen. Nach einigen Jahren. Und deswegen dürfen die jetzt meine Wohnung durchsuchen. Toll.

Ob ich eine Telefonnummer von meinem früherem Chef habe. Ich muss mein Handy anschalten. Das ist nachts aus, denn wenn ich schlafe, dann kann man mich nicht anrufen. Ich finde das logisch, doch jetzt schauen mich 4 Leute an und warten, bis mein Handy startklar ist. Dann endlich kann ich eine Nummer sagen. Aber die kennen sie schon. Enttäuschung. Trotzdem darf ich mir jetzt erstmal eine Hose anziehen.

Ich bin so frei und werfe mir zur Hose auch schnell noch eine Pulli über. Dann stehen die 4 auch schon im Wohnzimmer. Das Sofa ist belegt mir Kissen, Decken und Papieren. Ich setze mich auf den einzigen freien Sessel. Der Rest darf stehen bleiben. Es sind ja schließlich nicht meine Gäste. Kooperative händige ich Gehaltsabrechnungen, Arbeitsverträge und Kontoauszüge aus. Dann werde ich verhört. 1,5 Stunden lang. Ich erzähle von meiner Arbeit, von Leuten, die da auch noch gearbeitet haben. Ein paar kannte ich nur vom Vornamen her. Einer der 4 schaut auch noch schnell ins Schlafzimmer und in die Küche. Aber anscheinend ist es da nicht so interessant. Zwischendurch telefonieren sie. Man nennt mir noch mehr Namen und ich soll sagen, ob mir die bekannt vor kommen. Dann, endlich, wird mir das Protokoll des Verhörs vorgelesen. Besonders eloquent scheine ich ja nicht zu sein, frisch aus dem Bett geworfen. Eigentlich sollte ich das alles nochmal neu formulieren, was ich da gesagt habe. Aber egal. Ich unterschreibe die Protokolle. Ich bestehe darauf, dass ich schnellstmöglich Kopien von allen Unterlagen bekomme, die sie mitnehmen. Natürlich bekomm ich die wieder, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind. Und das wird in etwa 1/2 Jahr der Fall sein. Dann gehen sie.

Der Wecker zeigt Halb 9.

Donnerstag, 7. März 2013

Welche Krise eigentlich?

Ihr in Europa, was für eine Krise habt ihr da eigentlich?

So wurde ich gefragt in Peru und ich begann zu erzählen von Staaten, die mehr Schulden machen als sie jemals zurückzahlen können und von Banken, die Kredite vergeben die sie nie zurück bekommen und dann Pleite gehen.

Aber sterben Leute auf der Straße weil sie nichts zu essen haben? Sterben Kinder weil es kein sauberes Wasser und keine medizinische Versorgung gibt? Leben Menschen als Nomaden in den Wäldern und müssen Angst haben, dass sie von Holzfällern umgebracht werden? Nein? Also von welcher Krise redet ihr  da ständig?

Sonntag, 24. Februar 2013

Home sweet.... Fuck.

Was für eine Heimreise...
Von Anfang an gab es Schwierigkeiten: Wir standen vor dem Haus an der Straße und hielten ein Taxi nach dem anderen an. "Nein, zum Flughafen fahr ich nicht." Oder wenn dann nur zu einem astronomischen Preis. Nach etwa 20 Minuten, als ich fast schon bereit war jeden Preis zu zahlen, fanden wir dann aber doch einen fairen Fahrer der uns die herrliche Strecke am Strand entlang zum Flughafen gefahren hat. Das man dafür über 1 Stunde braucht, liegt nun einfach an der Größe der 10-Millionen-Stadt.

Dann am Flughafen stand ich dann vorm Schalter. Vorab hatte ich mir im Internet schon meine Plätze ausgesucht (bei Langstreckenflügen sitz ich gern am Gang, damit ich wenigstens aufstehen oder mal ein Bein ausstrecken kann). Da gabs dann natürlich den Schalter für die VIPs, wo natürlich niemand anstand. Und 4 andere Schalter mit 4 Schlangen. Da ich keinen Unterschied erkennen kann, stell ich mich einfach mal am kürzesten an. Sofort stürmen 2 Angstellte auf mich zu: 
Wohin ich denn fliegen will? 
Naja, diese Airline fliegt hier ja nur nach Amsterdam. 
Gut, dann sei ich hier richtig. Ob ich denn schon ein Ticket reserviert habe.
Ja, natürlich.
Ob ich meine Bordkarte schon habe?
Nein, die wollt ich ja nun gerade holen. Am Schalter.
Aber dann muss ich mich eins weiter rechts anstellen. Weil hier wo ich stehe nämlich nur Leute mit Bordkarte ihren Koffer abgeben können.
Ah... ok. (und vorsichtig frage ich nach) Woran kann ich das denn erkennen?
Man schaut mich fragend an: In dem man natürlich mit den Angestellten hier redet. Sich einfach irgendwo anstellen... Wo macht man denn sowas?
Ja, wo ich herkomme halt... Aber gut, stell ich mich eben eine Reihe weiter nach rechts. Und irgendwann bin ich dann dran. Ich zeige meinen Ausweis, nenne mein Endziel, lächeln... Es wird ein wenig auf dem Laptop herumgedrückt.
Aber ich stünde ja in der völlig falschen Schlange!!!
Wie bitte? Wieso das denn?
Na, ich hätte mir doch schon im Internet meine Plätze ausgesucht. Und für Leute, die ihre Bordkarte abholen und ihr Gepäck abgeben müssen, ihre Sitzplätze aber schon reserviert haben, hätten noch eins weiter rechts ran gemusst.
Also Sie können mir hier jetzt keine Bordkarte drucken und meinen Koffer entgegenehmen?
Doch schon... Aber Sie stehen in der falschen Schlange.
Aber alles was ich brauche können Sie doch jetzt erledigen???
Ja... hmmmm. Sprach sie, druckte meine Bordkarte und nahm meinen Koffer entgegen. Aber das nächste Mal stellen Sie sich an der richtigen Schlangen an!
Ja. Nächstes Mal.

Uff... was für eine schwere Geburt. Aber jetzt hab ich ja immer noch gut 2 Stunden Zeit bis zum Abflug... aber moment: Das Boarding soll schon in 20 Minuten beginnen? Das muss ja wohl ein Fehler sein. Ich gehe zurück zu den Angestellen hinten an den Schlangen und zeige meine Boardkarte:
Das ist doch viel zu früh, ist das ein Tippfehler?
Nein, nein. Bei Transatlantikflügen muss man schon rechtzeitig am Gate sein.
Aber dann würden wir ja alle über 1 Stunde im Flugzeug sitzen? Das kann doch nicht stimmen?
Ich solle jetzt mal lieber zum Gate gehen, denn wenn das geschlossen ist, käme ich nicht mehr ins Flugzeug rein.
Ja. Danke auch.

Ich mache mich auf dem Weg zum Gate. Passkontrolle. Ungepiept durch den Metalldetektor laufen. Handgepäck durchleuchten lassen. Gate suchen. Auch dort auf der Tafel stand, das es jetzt schon in 5 Minuten losgehen soll mit dem Boarding. Das Flugzeug ist allerdings noch gar nicht da. Und es kommt auch nicht in den nächsten 10 Minuten. Ich gehe mal vor zum Schalter und frage die Leute, wann es denn losgehen soll.
5 Minuten.
Also bleibt keine Zeit um noch etwas zu essen, oder so?
Nein, das Boarding beginnt in 5 Minuten.
Tatsächlich kommt dann auch mal eine Boing 777 angerollt. Aus der Leute aussteigen. Gut 20 Minuten lang störmen die Massen heraus. Auf der Anzeigetafel leuchtete aber nach wie vor "Boarding in 5 Minuten". 5 Latino Minuten. Ich bin in der Zwischenzeit dann trotzdem eine Runde spazierengegangen und wollte eigentlich ein Sandwich oder etwas in der Art kaufen, auch wenn es vermutlich völlig überteuert gewesen wäre. Aber der einzige Laden an dem ich vorbeikam hatte nur Schokolade, Parfum und Zigaretten im 300-Schachteln-Pack. Nee, dann eben nicht. Also wieder zum Gate, wo das Boarding noch immer in 5 Minuten beginnt.
Insgesamt dann über 1 Stunde nach der ursprünglich angesetzten Zeit dürfen die Passagiere das Flugzeug dann betreten. Nach den Sitzreihen gestaffelt müssen wir uns in 4 Reihen anstellen. Meine Reihe kommt als letzte dran. Als ich dran bin schimpft das Personal schon, dass wir uns jetzt aber wirklich beeilen müssten, weil wir etwas spät dran wären. Ja, klar.

Endlich mein Sitzplatz. Relativ weit vorne im Flugzeug, am Gang... neben einer Mutter mit Kleinkind auf dem Schoß. Großartig. Aus irgendeinem Grund wollten die das Kind auch nicht anschnallen und haben es mehrmals wieder abgegurtet, nachdem ein Steward den Gurt neu angelegt hatte. Ein paar Mal ging das dann hin und her. Nachdem sich dann alle anderen um uns herum mit Beschwerden in verschiedenen Sprachen um sich warfen, gaben sie doch nach. Dann: über 12 Stunden lang Geschrei, Getrete, Gesabbere auf engstem Raum auch auf meinen Beinen und auf meinem Sitz. Denn wenn man sich seinen Sitz schon mit einem Baby teilen muss, dann hat man doch wohl mindestens Anspruch auf den halben Sitz der Nachbarn. Dass kleine KInder aufwachen und um sich Treten und Schreien ist unvermeidlich. Aber weswegen man die Füße dann immer auf meinen Schoß legen muss und noch nicht mal die Lackschuhe ausziehen kann? Grrr... "Oh... hahahaha!" Gar nicht aufgefallen, achso. Auch beim 5.Mal dann nicht, klar.

In Amsterdam dann 40 Minuten Zeit bis zum Anschlußflug nach Stuttgart. Ich betreten den Flughafen am Gate F8. Ich muss zu B38. Also dann mal losgelaufen. Man tun mir die Beine weh nach der ganzen Sitzerei. Ich sehe ein Schild: A, B, C - Laufzeit 25 bis 30 Minuten.
Klasse. Ich eile über jedes Laufband. Bei der Passkontrolle stehen irgendwie nur Asiaten, aber davon ziemlich viele. Auch vor dem Schalter "Europäer". Eigentlich sollte ich nach meinen Erfahrungen mit falschen Schaltern ja eigentlich toleranter sein... aber ich drängel mich trotzdem einfach mal nach vorne: Excuse me, Europeans only, excuse me, thank you, thank you.
Hat wunderbar geklappt und ich eilte weiter in Richtung B - und endlich: B1... ich laufe weiter über Laufbänder... B2... B3... B4... B5... Ja, mein Gate war das letzte. Aber ich komme an. Rechtzeitig. In der Hektik eile ich sogar unbewusst an den VIP-Schalter. Aber da außer mit eh niemand mehr einsteigen will, sieht man das nicht so eng und ich bekomme vom VIP-Einchecker einen guten Flug gewünscht.

Der Flug angenehm kurz und kinderfrei. In Stuttgart dann frostig kalt. Ich warte auf meinen Koffer, der in 10 Minuten aus der Luke geschoben werden soll. Ich warte. Noch 5 Minuten. Dann: "Die Gepäckausgabe verzögert sich!" Es sind jetzt wieder 20 Minuten. Nach 10 Minuten das gleiche dann nochmal und es sind immer noch 15 Minuten. Nach 10 Minuten wieder eine Durchsage und die Anzeige springt von 5 auf 10 Minuten. Ich bin nach der durchflogenen Nacht völlig erschöpft. Nur kurz schließe ich die Augen... Jemand stößt mich in die Seite: "Aufwachen, das Gepäck kommt!" Grinsen. Ich muss im Stehen geschlafen haben. Wieder was Neues gelernt. Koffer - S-Bahn - Bahnhof - ICE hat Verspätung und kommt genau rechtzeitig. Anschlußzug wartet auch auf uns: Willkommen bei -8°C. Waren esnicht gerade noch +35°C. Mein Kopf beschwert sich. Mein Hals auch.

Endlich zu Hause. Post checken: Mein letzter Chef. Ich soll ein Notebook geklaut haben und jetzt bezahlen. Aber das ist verschwunden als ich krank im Bett lag? Hallo? 
Willkommen zu Hause. Langweilig wirds mir die nächsten Tage nun schonmal nicht.