Dienstag, 20. Dezember 2016

Alles, was wir tun können




People are dying.

I close my blinds.





Gestern Abend habe ich über Facebook Postings auch mitbekommen, was in Berlin passiert ist. Ich habe die Schlagzeilen gelesen und dann weiter geklickt. Ich wollte keine Details wissen, keine Sondersendung sehen und den aktuellen Stand der Todesopfer nicht wissen.

Genauso habe ich das gemacht, als ich von Anschlägen in Masar-i-Sharif gehört habe. Oder in Mogadischu. Oder Bilder von Aleppo. Oder ich weiß mehr wo das war.
Und in Spanien gibt es gerade Überschwemmungen.

Es ist zu viel. Ich brauch keine Bilder von Trümmern mehr. Von weinenden Menschen. Von fassungslosen Trauernden mit Blumen und Kerzen. Und ich brauche auch keine Diskussionen über Schuld und Maßnahmen und die öffentliche Meinung.

Versteht mich nicht falsch: Wenn so etwas passiert, will ich die Schlagzeilen lesen. Ich will die Information bekommen.
Aber dann will ich auch wieder los lassen. Ich will nicht hilflos rumsitzen und mir neue Details und Spekulationen antun. Gebt mir zu Beginn die Information - und am Ende einen Bericht. Das reicht.

Bei manchen Attentaten und Unfällen klappt das doch genau so. Man hört die Nachricht, nach einer Weile wird recherchiert darüber berichtet, und dann ist es auch wieder vorbei.
Ich muss und ich kann nicht um Leute trauern, die ich nicht kenne, egal ob die in München, Berlin , Paris oder Mogadischu gestorben sind.
Die Menschen die Angehörige und Freunde verloren haben, sollen in Ruhe trauern können. Dazu brauchen sie mich nicht. Und den Rest der Öffentlichkeit auch nicht.

Ich will einfach nicht mein Profilbild ändern, weil ich den zahlreichen Opfern dadurch nicht gerecht werden kann, die es täglich gibt. Weil es zu viel wäre, verzichte ich lieber ganz.

Wenn es hier vor der Haustür passiert, würde ich raus gehen und helfen so gut ich kann.
Aber ich bin weit weg.

Gestern Abend habe ich also nicht weitergeklickt und weitergelesen. Ich war erst traurig, habe den Computer ausgemacht und war dann froh, dass ich vor dem Ofen sitzen und eine warme Tasse Tee trinken kann, während 4 Kerzen am Adventskranz brennen.

Viele Leute in Berlin konnten sich gestern Abend nicht mehr freuen, das ist leider wahr.
Aber ich konnte das für sie übernehmen. Denn was hätte ich sonst tun können?


All we can do is keep breathing



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