Montag, 23. Juli 2018

Über See-Hunde und die Zeit




Zum 4.Mal erlebe ich den Sommer nun schon hier am See. Abends am See sitzen, erst schwimmen, dann lesen. Am Wochenende zum Frühstück an den See. Oder auch mal am Nachmittag an den See, aber das wird mir dann doch schnell zu heiß zur Zeit.

Am See dann auch immer wieder die selben Menschen. Menschen, die ich den Winter über kaum sehe, aber dann im Sommer fast jeden Tag. Familien, Paare, einzelne Schwimmer, die meisten schon etwas älter. Da gibt es z.B. das eine ältere Paar, dass seit vier Jahren abends immer zum Schwimmen kommt und manchmal einen fast blinden Hund dabei hatte. Letzte Woche dann aber plötzlich einen ganz jungen Hund dabei hatte, der sich noch nicht entscheiden konnte, ob er ganz begeistert vom See sein soll, oder doch lieber Angst vor dem Wasser hat.

See-Hunde gibt es hier ja auch jede Menge. Einige sind lästige Kläffer und man ist froh, wenn die mit ihren Menschen wieder weiter gezogen sind. Aber einige lustige Exemplare sind auch dabei. Wie z.B. ein großer weißer Hund, der mit Vorliebe seine Runden im See schwimmt und sich dann im Staub wälzt. Oder ein brauner Hund der sich jeweils einen großen Stock sucht, und dann von seinen Menschen gejagt werden will. Der dann aber an der Bank festgebunden wird und wenn seine Menschen im Wasser verschwinden unsäglich zu jaulen beginnt, so lange, bis sie wieder aus dem Wasser zurück sind.

Oder dann gab es auch Dackeldame Zenzi, die uralt, mit dickem Bauch undkahlen Stellen im Fell auf winzigen Füßen umhergewackelt ist. Alles in einem Tempo, bei dem jede Schildkröte in einem Rennen echte Chancen gehabt hätte.
Aber sie ist immer tapfer ihrem Menschenpaar hinterher, das jedes Jahr auch immer langsamer und wackeliger über den Steg gelaufen ist.
Dieses Jahr nun erstmals ohne Hund und deswegen sichtlich geknickt, wenn wieder jemand fragt, wo denn die Zenzi steckt.
Was mich allerdings etwas verstört: Seit sie ohne Hund kommen, kommen sie auch immer wieder mal ohne Kleidung. So wie heute Nachmittag.

Schnell vergeht die Zeit am See. 

Freitag, 18. Mai 2018

3,5 Jahre Integrationsarbeit - ein Zwischenfazit


Seit September 2014 habe ich nun in unterschiedlichen Projekten überwiegend mit Flüchtlingen zu tun. Von jungen Männern bis hin zu älteren Frauen war alles schon dabei, insgesamt waren es bisher rund 300 Migranten aus Afrika, dem vorderen Orient und Asien.
Während die Einwanderungsgegner ja wöchentlich den Untergang des Abendlandes anprangern will ich daher lieber mal berichten, wie es hier ganz konkret aussieht.

Mittlerweile treffe ich immer wieder ehemalige Schüler von mir bei der Arbeit. Wenn ich in einem Supermarkt einkaufen gehen will müsste ich mittlerweile ein gutes Stück fahren, wenn ich dort niemanden von meinen ehemaligen Schülern treffen wollen würden. Der Einzelhandel ist generell recht gut abgedeckt und die "Verkäufer/in gesucht (Vollzeit / Teilzeit)" - Plakate sind deutlich weniger geworden. Einige haben bereits die 2jährige Ausbildung im Einzelhandel erfolgreich abgeschlossen, manche wagen sich nun sogar an das dritte Ausbildungsjahr heran.
Auch im Krankenhaus würde ich auf einige Ehemalige von mir treffen und noch mehr in Altenheimen. Die 1jährige Ausbildung zum Pflegehelfer haben viele geschafft, viele arbeiten jetzt in ihren Berufen und manche machen gerade die 3jährige Ausbildung. In diesen Berufen arbeiten v.a. Leute, denen es ein wirkliches Anliegen ist, sich gerade um alte Leute zu kümmern, weil es in ihren Ländern unmöglich scheint, einen alten Menschen allein zu lassen. Was hier an Geduld und Freundlichkeit mitgebracht wird, kann wirklich Vorbildfunktion für uns Deutsche haben.

Ebenfalls im Gastgewerbe haben ein paar die 2jährige Ausbildung abgeschlossen, aber die meisten arbeiten dort als Hilfskräfte. Ähnlich sieht es in den Handwerks- und Mechaniker-Berufen aus.

Auffällig ist, dass fast alle Syrer mittlerweile einen deutschen Abschluss haben oder zielsicher darauf zusteuern. Bei den Afghanen sehe ich die Abschlussquote bei rund 60% - hier fallen etliche Analphabeten ins Gewicht, die kaum Chancen auf mehr als eine Hilfsarbeiterstelle haben. Am schwersten tun sich viele Afrikaner sowohl bei der Alphabetisierung als auch beim Überwinden der kulturellen Unterschiede. Aber dass es möglich ist, zeigen mir ein paar herausragende Beispiele.
Aber gerade die Integrationskurse, die durchschnittlich ca. 3/4 Jahr dauern, sind einfach zeitlich viel zu straff organisiert, als dass der durchschnittliche Eritreer oder Somalier da mitkommen kann. Die afrikanischen Sprachen sind oft komplett anders organisiert, manchmal gibts es eine andere Schrift  (Eritera) oder die Leute haben nie ordentlich schreiben gelernt.

Erfreulich ist aber, dass wirklich sehr viele mittlerweile Arbeit haben, auch wenn es nur Hilfsarbeiterjobs sind. Nur ganz wenige wollen tatsächlich nichts tun und "den Sozialstaat melken" , wie so gerne geschimpft wird. Wenn man sich die Familien anschaut, die hier sind, so sind vor allem die erwachsenen oder heranwachsenden Kinder beruflich auf sehr guten Wegen, was ja nun eigentlich für den Familiennachzug sprechen würde.

Aber stattdessen bleibt bei vielen die Angst vor "noch mehr" Migranten, die uns die Jobs "wegnehmen", die wir seit Jahren gar nicht haben wollen.
Unsinnig ist im Grunde auch, wenn junge Leute keine Arbeitserlaubnis bekommen, auch wenn ein Betrieb sie einstellen würde, weil es seit Jahren keinen Deutschen gibt, der dort eine Ausbildung machen möchte. Stattdessen bleibt die Stelle lieber unbesetzt und der Migrant sitzt im Flüchtlingsheim fest.

Aber die Wege des Gesetzes sind nun mal leider nicht logisch und auch nicht immer gerecht.

Von straffällig gewordenen Ehemaligen weiß ich übrigens lediglich von vieren.
Untergang und Chaos? Ich sehe da nichts am Horizont drohen. Außer wenn der nächste G20 Gipfel wieder in Deutschland stattfinden sollte.


In a world that has decided that it's going to lose its mind, be more kind my friends
Try to be more kind.


Montag, 2. April 2018

Leseliste 2018

Fast ein Jahr ist hier nun schon ohne ein Lebenszeichen von mir vergangen! Ich  hatte zwar ab und an überlegt, mal wieder etwas zu schreiben, aber am Ende dann doch keine Zeit gefunden. Hinter mir liegt immerhin mein beruflich erfolgreichstes Jahr, was natürlich viel Arbeit aber auch einige schöne Reisen mit sich gebracht hat. Viele Dinge, die ich eigentlich auch tun wollte, mussten dabei dann aber zurückstecken. Daher habe ich letztes Jahr auch verhältnismäßig wenig gelesen und das meiste als E-Book, sprich: Nicht zu Hause gemütlich im Sessel.

Anstatt hier zu zu machen habe ich mir aber vorgenommen, wieder zu schreiben. Derzeit arbeite ich auch "nur" etwa 2/3 meines Pensums vom letzten Jahr, was auf Dauer sicherlich gesünder für mich sein wird.

Aber zur Literatur: Ich habe letztes Jahr die Rivers of London für mich entdeckt: Eine Mischung aus Sherlock Holmes und Harry Potter in das heutige London versetzt. Zauberei und Wissenschaft, Tradition und moderne Technik  zusammen. Und ein Spannungsbogen, der sich erst über mehrere Bände entwickelt. Also auch wem der 1.Teil nicht so gefallen hat, empfehle ich weiterzulesen!
Diesen Herbst wird der nächste Teil erscheinen, aber mir fehlt bisher eh noch ein kompletter Roman und eine Erzählung aus der Reihe.
Außerdem habe ich mir endlich Max Frisch vorgeknüpft. Mit einem Teil seiner Tagebücher und dem Stiller bin ich schon durch und soweit wirklich begeistert. Weiter geht es mit Homo Faber und seinen übrigen Romanen, bevor dann sein dramatisches Werk dran ist.
Und mein drittes Leseprojekt werden Märchen und Sagen sein. Mit den germanischen Sagen werde ich anfangen und will dann zu 1001 Nacht. Märchen aus Australien liegen auch bereit, ebenso wie griechische und französische und dann werde ich mal sehen, wie viel Lust ich auf mehr habe.



2017:   6.459 Seiten
2016:   7.732 Seiten
2015: 10.414 Seiten
2014:   9.638 Seiten
2013:   8.145 Seiten
2012:   7.017 Seiten
2011:   9.097 Seiten 


Done:   948   

  • Ben Aaronovitch: Foxglove Summer *****
  • Philip Roth: Everyman  ****
  • Felix Dahn: Walhall. Germanische Götter und Heldensagen **



Doing:
    • Max Frisch: Romane. Erzählungen. Tagebücher ( 1502 / 1782 Seiten) ***** (2017: 717 S.)
    • Stephen King: It ( 1053 / 1169 Seiten) *****
    • Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 1 ( 113 / 565 Seiten) ***
    • Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel ( 81 / 239 Seiten) ***
    • Ralf Isau: Der Mann, der nichts vergessen konnte ( 24 / 460 Seiten) ***
      • Constanze Elter: Freiberufler. Fit fürs Finanzamt ( 167 / 228 Seiten) **** (2017: 99 S.)
      • Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 1 ( 356 Seiten)


        To do: ( 21.121 Seiten)

        Bücher: ( 11.131 Seiten)

        - Max Frisch: Sämtliche Stücke ( 859 Seiten)
        - Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne ( 721 Seiten)
        - Gottfried Keller: Der grüne Heinrich ( 807 Seiten)
        - Theodor Storm: Der Schimmelreiter ( 146 Seiten)
        - Wilhelm Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse ( 176 Seiten)
        - Adalbert Stifter: Abdias ( 105 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Todesarten. Malina und unvollendete Romane ( 554 Seiten)
        - Ingeborg Bachmann: Erzählungen ( 598 Seiten)
        - Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hrsg.): Bachmann Handbuch ( 308 Seiten)
        - Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege ( 909 Seiten)
        - Brian Moore: Schwarzrock ( 265 Seiten)
        - Ngugi wa Thingo'o: Wizard of the Crow ( 768 Seiten)
        - Jesús Díaz: Die Initialen der Erde ( 507 Seiten)
        - Augusto Roa Bastos: Ich, der Allmächtige ( 464 Seiten)
        - Herfried Münkler (Hrsg.): Politisches Denken im 20. Jahrhundert ( 379 Seiten)
        - Péter Esterházy: Harmonia Caelestis ( 921 Seiten)
        - Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ( 373 Seiten)
        - Wilhelm Busch: Und überhaupt und sowieso. Reimweisheiten ( 160 Seiten)
        - Gregor Piatigorsky: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen ( 221 Seiten)
        - Ralf Isau: Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz ( 500 Seiten)
        - K.L. McCoy: Mein Leben als Fön ( 204 Seiten)
        - Anneliese Löffler (Hrsg.): Märchen aus Australien. Traumzeitmythen der Aborigines ( 255 Seiten)
        - Georgios A. Megas (Hrsg.): Griechische Volksmärchen ( 304 Seiten)
        - Ré Soupault (Hrsg.): Französische Märchen. Volksmärchen des 19. und 20. Jahrhunderts ( 279 Seiten)
        - Christine Schirrmacher: Der Islam. Band 2 ( 348 Seiten)


        E-Books: ( 9.990 Seiten)

        - Ben Aaronovitch: The Hanging Tree ( 400 Seiten)
        - David Mitchell: Cloud Atlas ( 545 Seiten)
        - Sir Arthur Conan Doyle: The Complete Sherlock Holmes ( 1877 Seiten)
        - Virginia Woolf: The Complete Novels ( 1242 Seiten)
        - W. Somerset Maugham: Of Human Bondage ( 624 Seiten)
        - Jules Verne: Die Reise nach dem Mittelpunkt der Erde ( 273 Seiten)
        - Victor Hugo: Der Glöckner von Notre Dame ( 468 Seiten)
        - Stendhal: Rot und Schwarz ( 481 Seiten)
        - Leo Tolstoi: Krieg und Frieden ( 1645 Seiten)
        - Stefan Zweig: Gesammelte Werke ( 800 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 2 ( 577 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 3 ( 557 Seiten)
        - Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Band 4 ( 501 Seiten)