Dienstag, 10. September 2013

Wahlmarathon

Meine Güte, so viele Wahlzettel! 
Letzte Woche habe ich mich endlich dran gemacht, meine Briefwahlunterlagen zu bearbeiten. Hier in Bayern haben sie sich ja ausgedacht, dass wir doch am 15.September zur Wahl gehen sollen, und gleich 1 Woche später nochmal. Oder hat man die Landtagswahlen vorgezogen, weil man davon ausgehen muss, dass nach der Eröffnung des Oktoberfests am 21.September am Tag danach halb München eh noch nicht nüchtern genug ist, um zur Wahl gehen zu können? Wie auch immer, mit so einem Quatsch wird man die Wahlbeteiligung sicherlich nicht erhöhen können... aber mir ja eh egal, Briefwahl ahoi!

Landtag, Bezirkstag und über 6 Verfassungsänderungen musste ich nun also abkreuzen. Bei den Parlamenten hier kann man nicht wie für den Bundestag eine Partei mit einer vorgegebenen Listenreihenfolge wählen, sondern man muss seine Zweitstimme einem einzelnen Kandidaten geben. Das hatte zur Folge, dass jede Partei eine mehr oder weniger lange Kandidatenliste hatte. Und da standen dann lauter Leute drauf, von denen ich noch nie was gehört habe. Toll. Für meine Erststimme hatte ich mich nun ja extra kurz über die Kandidaten informiert, damit ich nicht einfach nur eine Partei wähle. Wobei das hier in Bayern eigentlich eh für die Katz ist, weil die CSU außer in München eh überall gewinnt. Aber egal, es geht ja auch ums Prinzip.
Aber was sollte ich nun mit dieser endlosen Kandidatenliste tun? Naja, da hab ich mich dann letztlich doch für eine Partei entschieden und da dann eben einen Kandidaten aus meiner Stadt gesucht und dem mein Kreuz vorgesetzt. Ob der jetzt mehr drauf hat als irgendjemand sonst auf der Liste weiß ich zwar nicht, aber immerhin könnte ich bei dem Mal zu Hause vorbeischauen und mich persönlich beschweren, falls der was verbockt.

Und dann diese Verfassungsänderungen... da hab ich mich erstmal hingesetzt und die Verfassungstexte gelesen. Größtenteils nur viel Bla-Bla. Dass der Wohlstand gleichmäßiger verteilt werden soll in ganz Bayern, egal ob Stadt oder Land. Ja, sollen sie das halt mal in die Verfassung rein schreiben. Aber nur weils da steht ändert sich doch nichts. Da hätten die Parlamentsabgeordneten doch sinnvolleres tun können, als sich einen tollen neuen Satz für die Verfassung zu überlegen und darüber abzustimmen, oder? Dann waren da aber auch noch Sachen dabei, wo ich nicht einfach zustimmen wollte. Noch mehr Politikverflechtung brauchen wir hier in Deutschland wirklich nicht mehr und am Ende passiert noch weniger, wenn die einen erst die anderen Fragen müssen, ob sie den dritten erlauben dürfen, sich über die und jenes Gedanken zu machen. Genauso wenig versteh ich, warum man plötzlich anfängt, einfache Gesetze die den Haushalt betreffen, in die Verfassung zu setzen. Eigentlich sollten da ja die wirklich wichtigen Punkte, die Grundpfeiler unseres Staates (Aufbau, Organisation, usw.) festgehalten werden. Nee, da sollen sie einfach mal ein Gesetz draus machen und fertig.

Ziemlich dick war der eine Umschlag am Ende. Gut 5mal so dick und doppelt so groß wie der für die Bundestagswahl. Aber damit bin ich meinen demokratischen Pflichten erstmal nachgekommen. Ändern wird sich dieses Jahr aber eh nix mehr. Merkel bleibt Merkel und Seehofer bleibt Seehofer. Denn so illusorisch dürften doch selbst Steinbrück und Ude nicht sein, auch wenn ihr Job verlangt, dass sie das derzeit noch nicht zugeben dürfen um auf den letzten Metern nochmal richtig viel Geld in den Wahlkampf stecken zu können. Yay!

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