Dienstag, 17. Juni 2008

Das Luxusprinzip

Es gibt Leute, die haben zu viel Geld. Und damit meine ich jetzt noch nicht mal diejenigen, denen ich vor ein paar Tagen erst wieder über 600 Euro überweisen musste, damit ich weiterstudieren kann. Nein, ich meine damit ganz gewöhnliche, durchschnittliche Studenten. Denn während die meisten mit den Studiengebühren für diesen Monat ihr Budget schon mehr als ausgereizt haben, denken andere wenige, das sie sich jetzt auch noch was für sich selbst leisten müssen. Irgendeinen Luxus, den man eigentlich überhaupt nicht braucht und von dem man noch nicht mal wirklich so viel mehr hat. So Sachen wie: "Ach, der Monitor an meinem PC ist schon ziemlich klein. Also kauf ich mir mal nen Beamer um meine DVDs in groß anschauen zu können!"
Leider handelt es sich dabei um kein, an den Haaren herbeigezogenes Beispiel (an welchen Haaren sollte ich das auch herbeiziehen...), sondern um die traurige Realität in meiner WG. Letzte Woche stand plötzlich der Beamer vor der Tür und die ersten Star Wars DVD Abende wurden geplant.
Nach einem kurzen Moment des Schocks verkündete ich daraufhin sofort den Boykott dieser schwachsinnigen Aktion und weil ich gleichermaßen bestürzt wie beschämt war, musste ich danach erstmal etwas von meinem Geld an eine befreundete Familie in Peru überweisen, denen es gerade nicht ganz so gut geht.
Mit so viel Luxus Wand an Wand... aber leider auch mit genauso viel Geiz. Denn aus aktuellem Anlass kam dann das Gespräch auch auf laufendes Fußball-Großereignis, das man ja jetzt auch viel größer verfolgen könne. Ob dass dann allerdings mal zum Anlass genommen wird, Rundfunkgebühren zu bezahlen? Bei Rundfunkgebühren gehts nämlich ums Prinzip, musste ich mir anhören. Um welches Prinzip? Das ist wiederum nicht bekannt.

Ich werde also auch weiterhin nicht dem Schwarz-Sehen frönen und wenn mir mein alter Röhren-Monitor plötzlich nicht mehr gut genug ist und ich ein richtig großes Bild haben will, dann setz ich mich im Kino einfach mal in die erste Reihe. Denn größer ist ja auch immer besser.

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