Sonntag, 14. September 2008

Der Tunnel am Ende des Lichts

Samstag Abend, 23:10h
Nachdem man um 11h Vormittags zu arbeiten angefangen hatte, ist man froh, dass nun die letzte Tour zu fahren ist und freut sich schon auf den Feierabend, der zum greifen Nahe scheint. Es geht wieder einmal in die Klinik.

23:11h
Der Roller ist beladen und es geht los.

23:20h
Ankunft vor der Klinik, Liegendkrankeneinfahrt. Ein Blick auf die Bestellung sagt mir: "Kinderklinik, an der Pforte abgeben"

23:21h
Ein kurzes Gespräch mit dem Pförtner sagt mir, dass die Kinderklinik eine eigene Pforte hat und dass ich doch da mal schauen soll.

23:22h
An der Anmeldung zur Kinderklinik ist niemand mehr. Anscheinend macht die um 23h zu.

23:25h
Auch im gesamten Bereich um die Anmeldung herum ist niemand, der mir weiterhelfen könnte.
Unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich niemand. Zurück zur Pforte am Eingang.

23:26h
Der Pförtner ist irritiert aber freundlich. Er will versuchen die Person in seinem Computer zu finden, die da bestellt haben soll. Theoretisch könnte der Name stimmen, praktisch könne aber auch etliche Buchstaben falsch sein oder fehlen. Die Ermittlungen beginnen.

23:28h
Die erste heiße Fährte deutet auf einen Arzt. Er wird angepiepst.

23:30h
Der Arzt ruft zurückt, hat allerdings nichts bestellt. Der Pförtner hat aber schon weitere Verdächtige auf seiner Liste. Im Gegensatz zu mir macht ihm die ganze Sache immer mehr Spaß.

23:33h
Weitere Spuren verlaufen im Sand. Immerhin finde ich aber einen Stuhl, auf dem ich die Bestellung ablegen kann, da mein Arm langsam müde wird.

23:35h
Ich will eigentlich gerade aufgeben, als sich alle Indizien plötzlich auf eine Kinderkrankenschwester weisen. Kinderklinik, 6.Stock

23:36h
Ich stehe im Fahrstuhl und hoffe, dass das nun endlich vorbei ist.

23:37h
Ich komme auf der richtigen Station an und werde freundlich begrüßt. Ich soll kurz warten, bis die Person kommt, die bestellt hat.

23:38h
Ich warte.

23:39h
Die Krankenschwester kommt. Und sie geht auch gleich wieder "nur schnell ihr Geld holen".

23:40h
Ich warte.

23:41h
Während ich warte wünschte ich mir, ich wäre in der Psychatrie.

23:42h
Die Schwester kommt mit dem Geld. Ich darf endlich gehen.

23:44h
Der Pförnter am Ausgang winkt mir zum Abschied freundlich zu.

23:45h
Ich kann endlich wieder zurückfahren.

23:50h
Da es auf dem Rückweg nur bergab geht, bin ich schneller wieder zurück. Man hat sich schon Sorgen gemacht, hatte aber geahnt, dass da mit "an der Pforte abgeben" wieder mal irgend was schief gegangen ist.

23:55h
Ich habe also auch endlich Feierabend.

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