Sonntag, 8. Mai 2011

Arbeitslos und viel zu tun!

Die ersten 5 Wochen meiner offiziellen Arbeitslosigkeit liegen also hinter mir... und irgendwie war es doch stressiger als gedacht. Einerseits musst ich ja nen 10-tägigen VHS Kurs besuchen, in dem es um Bewerbungen, Bewerbungsgespräche, Lebenslauf erstellen und das Ausfüllen des Allg2-Antrags ging. Ganz sinnlos wars nicht, aber insgesamt hätte man mir das auch alles an einem Vormittag sagen können und keine 50 Stunden dafür ansetzen müssen. Richtig schlimm war aber, dass wirklich alle Antragsteller diesen Kurs absolvieren müssen. Also auch diejenigen, die schon den Vertrag für nen Job im Oktober unterschrieben haben und jetzt eben noch die Zeit überbrücken müssen und sich Krankenversicherung und Zeug eben nicht alleine leisten können. Für die war das Rumsitzen dort wirklich reine Schikane.
Und dann gabs da eben noch Leute, mit denen man sich sonst vermutlich nie getroffen hätte. Z.B. einen ehemals von der Fremdenlegion desertierten Franzosen, der heute u.a. als Türsteher vor Discos arbeitet. Aus irgendeinem Grund hat der mich zu nem Kaffee einladen und mir Datingtipps geben wollen, und zwar nicht nur Theorie sondern ich durfte mir das auch gleich mal ganz praktisch ansehen, wie er das macht. Weil die Tübinger Frauen hätte ja allesamt überhaupt keine Moral. Später hab ich dann auch noch erfahren, dass er verheiratet ist und 5 Kinder hat... oweia.

Zwischenzeitlich bin ich dann auch zu meinem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen worden, in der Nähe von Osnabrück. Aus irgendeinem Grund dachte ich, es wäre ne gute Idee, an einem Tag im Auto hin und auch gleich wieder zurück zu fahren... was ich dann aber doch sehr bereut habe, als ich um 0:30h dann endlich wieder zu Hause aufs Sofa fallen konnte. Das Vorstellungsgespräch selbst verlief insgesamt gut, war aber doch irgendwie seltsam. Meine Vorbereitung auf das Gespräch konnte ich im Grunde komplett vergessen, denn ich wurde weder nach meinen Stärken und Schwächen, noch sonst irgendwas zu mir gefragt. Stattdessen kamen Fragen wie: "Können Pflanzen Schmerz empfinden, was denken Sie?" Philosophisch abstraktes lautes Denken ist zwar überhaupt nicht meine Stärke, aber ich denke ich hab mich ganz gut verkauft und mein Gegenüber war eigentlich doch jeweils von meinen Überlegungen angetan.

Jetzt wart ich da also erstmal noch auf Antwort und nachdem die ganze Antragsstellerei auch erstmal durch ist, könnte es nun tatsächlich etwas ruhiger werden! Denn die traurige Realität ist ja leider, dass das Bezugs-Niveau vom Studenten mit 400-Euro-Job zum Arbeitslosen doch deutlich ansteigt. Während sich gleichzeitig die Aufgaben halbieren und man sich auf die Jobsuche allein konzentrieren kann und nicht mehr Uni und Nebenjob irgendwie unter einen Hut bringen muss. Das ist alles schon irgendwie seltsam gemacht von unserem Staat... naja.

Damit ich in der nächsten Zeit also nicht im Leerlauf bin und am Ende nicht noch so Sachen wie exzessives Fensterputzen & Aufräumen anfange, hab ich mir neben etwas Sport, nem neuen Fußballmanager für den PC, neuer Musik und verschiedenen Serien auf DVD (My name is Earl, M.A.S.H., Big Bang Theory, CSI ...) auch mal die Bücher aus dem Regal herausgesucht, die ich schon längst mal lesen wollte, bzw. schon angefangen habe ohne zu einem Ende zu kommen:

Angefangen:
- Gustav Freytag: Soll und Haben (535 Seiten übrig)
- Theodore Roszak: Schattenlichter (400 Seiten übrig)
- Christopher Moore: Die Bibel nach Biff (160 Seiten übrig)
- E.T.A. Hoffmann: Lebens-Ansichten des Katers Murr
- Boccaccio: Das Dekameron (750 Seiten übrig)
- Rüdiger Safranski: E.T.A. Hoffmann (350 Seiten übrig)
- J.D. Salinger: The Catcher in the Rye (english)
- Eugenie Marlitt: Das Geheimnis der alten Mamsell (170 Seiten übrig)

Neu:
- Franz Kafka: Die Verwandlung
- Franz Kafka: Der Prozess
- Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote
- Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne
- Gottfried Keller: Der grüne Heinrich
- Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel
- Theodor Storm: Der Schimmelreiter
- Wilhelm Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse
- Adalbert Stifter: Abdias
- Günter Grass: Die Blechtrommel
- Heinrich Böll: Wo warst du, Adam?
- Thomas Mann: Buddenbrocks
- Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
- Robert Walser: Jakob von Gunten
- Rainer Maria Rilke: "Ewald Tragy" / Der Drachentöter / Die Turnstunde
- Ingeborg Bachmann: Malina
- E.T.A. Hoffmann: Die Elixire des Teufels
- E.T.A. Hoffmann: Die Serapions Brüder
- Rüdiger Safranski: Romantik
- Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
- Jonathan Franzen: Die Korrekturen
- Uwe Tellkamp: Der Turm
- Stephan Thome: Grenzgang
- Virgina Woolf: Mrs Dalloway (english)
- Harper Lee: To kill a mockingbird (english)
- Isabel Allende: La casa de los espíritus (español)
- Mario Vargas Llosa: Das Fest des Ziegenbocks
- Jesús Díaz: Die Initialen der Erde
- Eduardo Galeano: Die offenen Adern Lateinamerikas
- Michael Moorcock: I.N.R.I. od. die Reise mit der Zeitmaschine
- Ralf Isau: Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz

...und dann liegen da noch so Sachen von Goethe, von denen ich meine sie irgendwann mal lesen zu müssen:
- Faust II
- Die Leiden des jungen Werther
- Wilhelm Meister (Lehrjahre + Wanderjahre)
- Reineke Fuchs
- Hermann und Dorothea

Ich hab mal gehört, manchen Leuten soll langweilig werden? Wie machen die das??? ;)

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