Samstag, 11. Februar 2012

Kettcar: Zwischen den Runden

Tod, Krankheit, Endzeitstimmung und Alkohol. So lässt sich das neue Kettcar-Album wohl inhaltlich zusammenfassen. Schön ist also irgendwie anders.

Und da machen sie auch gleich beim Eröffnungstitel keinen Hehl daraus:
Die betrunkene Freundin muss nach Hause getragen werden, wo sie sich dann erstmal übergeben muss:

Als die Sabberfäden zart mein Ohr streiften...

Wiebusch ist stolz darauf, als deutsche Band erstmals "Sabberfäden" in einem Liedtext untergebracht zu haben. Später wird dann auch noch Essen aus den Haaren gepult. Weil das ist es, das die "Liebe meines Lebens" nunmal tut.

Rettung


Aber hat der Welt denn wirklich ein Lied über Sabberfäden gefehlt? Eher nicht. Aber immerhin haben hier Kettcar ein anspruchsvolleres Stück Ekel zu Stande gebracht, als Taio Cruz mit seinem "Hangover" ("And I can drink until I throw up, and I don't ever ever want to grow up").

Doch die erste Radio-Single glänzt dann aber doch schon eher mit einem tieferen Text:

In der Dämmerung warten wir auf den Tag, kurz nach der Flut
Und du spürst es - es wird nichts mehr werden
Und fühlst es - Tausende Scherben
Und siehst, wie der große Plan zerfällt
Kommt zusammen - nach schlaflosen Nächten
Zusammen - nach letzten Gefechten
Im allergrößten Club der Welt

Im Club


Na, mal sehen, was am 22.12. dann passiert! ;)

Am berührendsten wird das Album aber, wenn es von Krankheit erzählt. Mal ist der Krebs gerade besiegt und man nimmt Abschied vom Krankenhaus (Nach Süden). Oder aber man nimmt Abschied von einem alten Bekannten, den der golfballgroße Tumor im Kopf nicht besiegen konnte (Zurück aus Ohlsdorf).

Seien wir ehrlich: Ein fröhliches, leicht-verdaubares Pop-Album hatte von Kettcar niemand erwartet, und wir wären von sowas enttäuscht gewesen. Inhaltlich ist es teilweise noch etwas ernster, und musikalischer auch etwas elektronischer geworden (z.B. Schrilles, buntes Hamburg) und auch Streicher kommen häufiger mal zum Einsatz (R.I.P. , Weil ich es niemals so oft sagen werde).
Insgesamt ist die Platte ne Runde Sache. Die Band erfindet sich nicht neu, bleibt aber auch nicht auf der Stelle. Auch wenn es diesmal wieder nicht an das 2.Album heran kommt.

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