Montag, 26. Mai 2014

Blumen auf dem Grab

Man stelle sich folgendes vor:

Ein heftiges Gewitter geht über die Stadt nieder. Der Wind peitscht den Regen durch die Straßen auf denen nur noch einzelne Personen zum nächsten Unterschlupf rennen und der Donner hat genug Platz über den leeren Asphalt zu rollen. Die Verkäuferin in einem Blumenladen rennt hektisch aus dem Laden heraus um die letzten Blumen von draußen herein zu holen. Keuchend steht sie schließlich im trockenen, eine Strähne ihres nassen Haares klebt ihr im Gesicht, aber sie sortiert schon wieder die Rosen, von denen es einige nicht geschafft haben. 
Plötzlich klingelt das Telefon, sie zuckt zusammen und sticht sich an den Dornen. Ein dicker Tropfen Blut quillt aus ihrem Daumen. Mit der anderen Hand greift sie zum Telefon: "Hallo?" Es knistert kurz in der Leitung bevor ihr eine Stimme wütend erklärt: "DIE BLUMEN AUF MEINEM GRAB GEFALLEN MIR NICHT!!!"

Sowas in einem Film, und man weiß schon: Zombies! Yeah!
Aber so oder so ähnlich hat sich das vor wenigen Tagen tatsächlich zugetragen. Denn da hat sich meine Tante bei der Gärtnerei beschwert, dass ihr die Blumen auf ihrem Grab nicht gefallen würden. Dieses Frühjahr hatte sie sich nämlich schon mal ein Grab gekauft mit einer passenden Stele dazu und einen Gärtner beauftragt, das fortan auch regelmäßig zu pflegen. Irgendwann wird sie es ja mal brauchen und dann weiß sie immerhin schon, dass alles auch so ist, wie es ihr gefällt.

Also mal ganz ehrlich: Zombies im Film wären mir lieber gewesen.

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