Montag, 21. Mai 2012

Filmvorschau: Babycall


Diesmal lief ein Film aus Norwegen in der Sneak:

Eine Frau zieht mit ihrem Sohn in eine neue Wohnung, auf der Flucht vor ihrem Exmann, der das Kind misshandelt hatte. Die Mutter Anna (Noomi Rapace) ist so verängstigt, dass sie ihren Sohn Anders (Vetle Qvenild Werring) nicht mal allein in einem Zimmer schlafen lassen will. Also kauft sie sich ein Babyphone und lernt dabei den Verkäufer Helge (Kristoffer Joner) kennen. Sowohl Anna als auch Helge sind zwei verstörte Persönlichkeiten, zwischen denen sich aber doch, heimlich und versteckt, eine kleine Romanze entwickelt. Eines Nachts hört sie dann im Babyphone Schreie und Zeichen eines Streits, die allerdings nicht aus dem Zimmer ihres Sohnes kommen. Hat sie einen anderen Streit in der Nachbarschaft mitangehört? Oder verliert sie den Verstand?

Und langsam wird klar: Nicht alles was bisher gezeigt worden ist, ist wirklich. Realität oder Einbildung? Gegenwart oder Vergangenheit? Welche Rolle spielt dieser Helge, dessen Mutter gerade im sterben liegt? Und dann taucht plötzlich ein Freund des Sohnes auf, der unheimlich und schweigend auch irgendeine Rolle zu spielen scheint.

Die Idee ist nun auch nicht neu, aber Regiesseur Pal Sletaune setzt das sehr gut um. Das Halbdunkel wird zwar erst zum Schluss aufgelöst, aber es gibt immer wieder mal einen hilfreichen Hinweis, was sich nur im Kopf einer der Charaktere abspielt. Das Ende wird so besser nachvollziehbar und ist keine völlig abgedrehte Wendung, wie ich es in anderen Filmen schon erlebt habe.
Dennoch bleibt es spannend, weil erst in den letzten Minuten die Überlagerungen von Wahnsinn, Realität und Vergangenheit aufgetrennt werden und letztlich dann doch ein gutes Stück Realität übrig bleibt.

Für mich hat das den Film sehr stark gemacht. Man muss sich allerdings etwas Zeit nehmen und darf keine laute Action erwarten.

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