Montag, 21. Mai 2012

Eurovision Song Contest: 1.Halbfinale


Morgen beginnt mit dem 1.Halbfinale wieder das große Eurovisions-Spektakel und Augen wie Ohren richten sich nach Aserbaidschan.
Während sich letztes Jahr Pro7 und die ARD um die Übertragung der beiden Halbfinales gekloppt haben, sieht es diesmal allerdings wieder ganz anders aus: Am Di zeigt gerade mal der NDR um Mitternacht die Aufzeichnung und am Do (in dem man aus Deutschland auch abstimmen kann) überträgt Phoenix live. Zum Glück gibts aber auch zahlreiche Livestreams im Internet (eurovision.tv oder auch mit deutschem Kommentar auf eurovision.de), oder aber eben ausländische Fernsehsender wie z.B. den ORF, den man von hier aus empfangen kann. :D

So, aber hier nun der Überblick über das 1.Halbfinale:

1. Montenegro: Rambo Amadeus - Euro Neuro
Prinzipiell habe ich gegen satirische Nummern nichts einzuwenden, aber  wenn die mir in den Ohren weh tun, dann find ichs einfach nicht mehr so gut. Dieses Jahr ist das schlimmste Lied (hoffentlich!) auch am schnellsten wieder vorbei.

2. Island: Greta & Jónsi - Never forget
Jónsi hatte es allein ja schon 2004 versucht, und ist damals 19 geworden von 24. Diesmal könnte es mit diesem bombastischen Lied besser laufen. Hilfreich könnte dabei sein, dass wir hier das einzige Duett des Wettbewerbs haben. Schade wärs, wenn es das nicht ins Finale schafft!

3. Griechenland: Eleftheria Eleftheriou - Aphrodisiac
Schöne Pop-Nummer mit eingängiger Akoustik-Gitarre und tanzbarem Rhythmus. Sollte eigentlich auch ein Ticket fürs Finale bekommen, mit einer sicheren 12 aus Zypern.

4. Lettland: Anmary - Beautiful Song
Und im Anschluss gleich wieder Gitarren-Pop, aber diesmal mit weniger Beat und einer etwas monotonen Strophe. Ein nettes Lied, das aber wohl nicht genug Biss haben wird, um sich unter die besten 10 zu kämpfen. Zumal die übrigen baltischen Länder im anderen Halbfinale abstimmen.

5. Albanien: Rona Nishliu - Suus
Dass der Balkan die Melancholie erfunden hat, ist ja schon nichts neues mehr. Aber dieses depressives Gejammere geht mir persönlich etwas zu weit. In 3 Minuten, umrahmt von fröhlichem Pop wird es das Lied schwer haben, seine Stimmung voll entfalten zu können. Aber vielleicht bekommt es auch gerade durch den Kontrast die nötige Aufmerksamkeit? Persönlich könnte ich auf das Stück im Finale verzichten.

6. Rumänien: Mandinga – Zaleilah
Aus Rumänien diesmal abwechselnd spanischer und englischer Text begleitet vom Akkordeon. Der ungewohnte Mix lässt den Fuß jedoch gleich mitwippen. Hier bin ich auf die Bühnenshow gespannt, denn eigentlich ist das Lied doch etwas zu seicht fürs Finale.

7. Schweiz: Sinplus - Unbreakable
Die Schweiz hatte in den letzten Jahren etliche herbe Enttäuschungen hin nehmen müssen: U.a. tanzte DJ Bobo mit Schaufensterpuppen auf der Bühne und scheitert im Halbfinale. Letztes Jahr endlich wieder im Finale und dann der letzte Platz, den das Lied definitiv nicht verdient hatte. Dieses Jahr wieder ein solides Lied, auch wenn ich etwas Mühe habe, den Text im Refrain wirklich zu verstehen. Ich fürchte daher fast, dass der Liveauftritt nicht so prall wird und das Aus kommt.

8. Belgien: Iris – Would you
Zur Abwechslung mal eine Pop-Ballade, die ohne großes Drama angenehm daherkommt. Es müsste fürs Finale reichen.

9. Finnland: Pernilla – När Jag Blundar
Ein schwedischer Walzer aus Finnland! „Wenn ich meine Augen schließe“ heißt der Titel übersetzt und mir hat sich das Lied schnell ins Ohr festgesetzt. Mein persönlicher Favorit in diesem Halbfinale… und wahrscheinlich genau deswegen ein Vorzeichen, dass es nicht fürs Finale reicht.

10. Israel: Izabo – Time
Ich bin mir noch immer unschlüssig, ob ich das Lied nun gut oder nervig finden soll. Auf jeden Fall fällt es aber auf. Der Refrain könnte live womöglich in die Hose gehen.

11. San Marino: Valentina Monetta – The Social Network (Oh oh – uh uh)
Ralph Siegel gibt nicht auf und geht wieder an den Start. Aber sollte er nach all den Jahren die Regeln des Wettbewerbs nicht mal kennen? Schon früher musste ja mal ein Lied von ihm disqualifiziert werden, weil es vor Jahren schon veröffentlicht worden ist. Und diesmal musste er nachträglich den Text ändern, weil es sonst Werbung für Facebook gemacht hätte. Aber mit Cyber-Sex und Dating hat FB ja eigentlich nicht so viel zu tun und überhaupt merkt man dem Text an, dass der Herr Siegel sich mit dem Thema eigentlich nicht auskennt. Daher propheziehe ich dieser herzlosen Pop-Nummer auch das frühe Aus!

12. Zypern: Ivi Adamou – La la love
La la la la la la la la la la la la-ove – Wenn wir mal ausblenden, dass das hier auch ein Songwriter-Wettstreit sein soll, dann muss man sagen: Gerade die Schlichtheit macht dieses Lied schon wieder genial. Eventuell könnte es aber bei den Jurys nicht so gut ankommen. Ob die 12 Punkte aus Griechenland fürs Finale reichen?

13. Dänemark: Soluna Samay: Should’ve known better
Dänemark schickt jedes Jahr wieder einen völlig anderen Musikstil ins Rennen und wurde bisher immer mit hohen Platzierungen belohnt. Qualitativ gehört dieses Lied auch wieder ins Finale, aber so richtig herausstechen oder im Ohr hängen bleibt es nicht. Es könnte also doch knapp werden.

14. Russland: Buranovskiye Babushki – Party for everybody
Russische Großmütter machen Party für alle. Oh je, oh je. Erstmal wird meditativ vorgeglüht und eingesungen, bevor dann das Lied endgütlig im seichten Fahrwasser auf Grund läuft. Niemand würde sich nach dem Lied umdrehen, wenn da nicht ein Haufen alter Frauen in russischer Tracht auf der Bühne stehen würde. Ich fürchte das schlimmste aber hoffe weiterhin auf ein Aus in der Vorrunde.

15. Ungarn: Compact Disco – Sound of our hearts
Irgendwie bleibt diese Nummer einfach nur blass und kann sich nicht wirklich hervortun. Ob das die Bühnenshow vielleicht noch rausreißen kann? Ansonsten müssen sich die Jungs wohl einfach der Konkurrenz geschlagen geben.

16. Österreich: Trackshittaz – Woki mit deim Popo
Hier nun das einzige Lied, das so ein bischen auch auf Deutsch ist, irgendwie. Ein Hommage an den Hintern, der auch Gefühle haben soll. Österreichische Spaß-Beiträge waren in der Vergangenheit allerdings noch am erfolgreichsten (z.B. Alf Poir). Im Vorentscheid haben sie durch die Licht-Show auf der Bühne punkten können. Ich hätte kein Problem damit, mir ein Finale ohne sie anzusehen.

17. Moldau: Pasha Parfeny – Lăutar
Moldawien wie es swingt und lacht! Das Lied selber kann zwar nichts besonderes, sticht aber als einzige Swing-Nummer doch wieder hervor. Der Abwechslung halber würde ich lieber das hier ins Finale schicken und eine der Tanznummern nach Hause schicken. Könnte klappen!

18. Irland: Jedward – Waterline
Jedward zum Zweiten. Nach einem guten 8.Platz letztes Jahr treten die Zwillinge direkt wieder an. Vom Lippenstift haben sie aber genug und haben ihr Lied aus dem letzten Jahr zur Fußballhymne umgedichtet: „Put your green cape on“. Musikalisch sind aber näher am Wasser gebaut und wir können gespannt sein, ob Irland in Aserbaidschan oder in Polen und der Ukraine erfolgreicher ein wird. Mir persönlich gefällt dieses Lied viel besser als das vom letzten Jahr. „This is about to go down as the big one“? Wir werden es sehen. Finale sollte auf jeden Fall drin sein.

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