Samstag, 5. Mai 2012

Regionale Besonderheiten

Auch wenn ich hier früher schon 20 Jahre verlebt habe, war es nun doch eine Umstellung zurückzukommen, nachdem ich die letzten 10 Jahre größtenteils woanders war. Da höre ich z.B. beim Einkaufen: "Mir brauchad no Määl!" Und obwohl ich es sofort verstehe kommt es mir gleichzeitig fremd vor. "Mehl" heißt das doch eigentlich, aber hier hat man Umlaute besonders gern, vor allem das Ä. Und so gewöhne ich mich langsam wieder an Sachen, an die ich früher mal gewohnt war. So auch an die Blaskapellen, die hier zu jeder Veranstaltung und jedem runden Geburtstag einfach dazugehören. Jedes Dorf hat hier aber auch seine eigene Kapelle, und da will eben jeder mal zum Zug kommen. Und ich erinnere mich auch noch gut an die Enttäuschung bei mir zu Hause, als ich als Kind einfach nicht Trompete spielen wollte. Aber ich fand Blasmusik eben damals schon langweilig und wollte unter keinen Umständen in solchen Klamotten immer und immer wieder das gleiche spielen müssen. Und vor ein paar Jahren erst konnte mich Gisbert zu Knyphausen mit der Trompete aussöhnen.

Aber dann lerne ich auch neue Leute kennen, etwa in meinem Alter, die dann von ihren Hobbies erzählen: Hackbrett spielen und Dirndl schneidern. Wahrscheinlich erkennt man allein daran, dass ich überhaupt schon mal ein Hackbrett gesehen und live gehört habe, dass ich hier aufgewachsen bin. Aber dass das Leute immer noch neu lernen und toll finden überrascht mich doch ein wenig, obwohl es natürlich gut ist, da so ein Stück Kultur erhalten bleibt. Denn wie so oft findet man fremde Kulturen einfach spannender als das, was die  eigenen Urgroßeltern vielleicht mal gemacht haben.

Und noch eine letzte Sache ist mir häufiger aufgefallen: Kniestrümpfe in Kombination mit kurzen Hosen. Ob auf der Straße in der Stadt oder im Wald beim Joggen werden hier Strümpfe bis zum Knie getragen. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das zuletzt gesehen habe, außer eben in Kombination mit einer Lederhose. Aber ganz sicher bin ich mir nicht, ob das nun ein lokaler Wahnsinn ist, oder vielleicht doch ein neuer Modetrend. Und im Grunde ist mir das auch egal, denn das werd ich sicher nicht anziehen. ;)

Kommentare:

AnnetteWeber hat gesagt…

Ja, Kniestrümpfe scheinen auch bei uns der ganz heiße Modetipp unter den Joggern zu sein. Was für ein Schwachsinn. Da zieht man sich eine kurze Hose an und macht sich die Beine wieder mit Strümpfen warm - aber naja, über Mode kann man nicht diskutieren.
Dir empfehle ich, eine Gruppe zu eröffnen: Dindl nähen für den Mann.

Christian hat gesagt…

Ok, dann gibts die Kniestrümpfe auch weiter im Norden. Das machts zwar nicht besser, aber tröstlich, dass Leute nicht nur hier so doof sind. Sollen die Strümpfe vielleicht irgendwie gut für die Gelenke sein? Keine Ahnung.

Wollen deine Männer vielleicht mitnähen? Die hätten dann ja auch gleich jemanden, die das dann anziehen muss! ;)

AnnetteWeber hat gesagt…

Unter den Umständen werde ich keinen überreden. Dirndl stehen mir leider gar nicht.