Mittwoch, 23. Mai 2012

Eurovision Song Contest: 2.Halbfinale


Beim Live-Auftritt trennt sich dann eben doch die Spreu vom Weizen! Wacklige Stimmen aus Belgien, Griechenland und Irland, während die Sängerin aus Albanien ganz allein auf der Bühne alle weggeblasen hat! Wow! Ich bin immer noch kein Fan von dem Lied an sich, aber mit dieser gesanglichen Leistung könnte Albanien ganz vorne landen und v.a. von der Jury kräftig Punkte abräumen.
Mit technischen Schwierigkeiten mussten derweil die Rumänen kämpfen: Die Sängerin hatte übelst Probleme mit der Übertragung auf ihrem Monitor. Mitten im Lied winkt sie, dass sie auf ihrem Ohrstöpsel nichts hört, dann reißt sie sich das Ding ganz raus und singt dann die 2.Strophe gehetzt der Melodie vom Band hinterher. Zum Glück bekommen sie im Finale noch eine Chance!

Aber wer ist nun noch im Finale mit dabei:

Rumänien
Moldau (trotz seltsamer Choreografie)
Island (eiskalt ins Finale marschiert)
Ungarn (die Bekanntheit der Band macht das schwache Lied wohl wett)
Dänemark (gilt anscheinend als Favorit)
Albanien (jetzt mein Geheimtipp auf den Sieg)
Zypern (gibt’s die Performance bald auch als Stepper Workout?)
Griechenland (hoffentlich übt sie das Singen bis Samstag noch etwas)
Russland (ohje, die Omas müssen noch mal tanzen)
Irland (trotz ganz fragwürdiger Intonation sportlich im Finale)

Finnland ist leider draußen, das ist Schade. Die Schweiz hats wieder nicht geschafft und die Österreicher können auch nur traurig den Hintern schütteln.

Weiter geht’s zum 2.Halbfinale, das auch wie in den letzten Jahre das stärkere zu sein scheint:

1. Serbien: Željko Joksimović– Nije ljubav stvar
2004 verpasst er den Sieg nur ganz knapp gegen Tänzerinnen im knappen Lederoutfit, an die sich heute kaum noch jemand erinnert. Damals noch mit Serbien und Montenegro am Start, könnte er diesmal im Finale auf zusätzliche 12 Punkten von den neuen „Nachbarn“ rechnen. Typisch melancholische Nummer vom Balkan, sollte ungefährdet ins Finale weiter marschieren und dort dann ganz oben mitmischen… wenn nicht sogar gewinnen.

2. Mazedonien: Kaliopi – Crno e belo
Wir bleiben in der Gegend und in der gleichen melancholischen Stimmung. Zumindest anfangs, bis dann die Streicher gegen E-Gitarre getauscht werden. Ein bisschen wirkt das rockige Zwischenstück aber auch nach Patch-Work Arbeit. Rockig und ruhig in 3 Minuten ist vielleicht doch etwas zu viel des Guten.

3. Niederlande: Joan Franka – You and me
Die Singer-Songwriter Nummer kommt diesmal aus den Niederlanden! Mit Indianerkopfschmuck wird die Sängerin da von einer Sandkastenliebe singen. Einer meiner persönlichen Favoriten, der es hoffentlich ins Finale schafft und dort dann gut abschneidet.

4. Malta: Kurt Calleja – This is the night
Man erkennt sogleich die maltesische Nummer an gewohnt sommerlichen Klängen, direkt von der Beachparty auf die Bühne. Seit 6 Jahren ist Malta mit diesem Konzept nun schon chronisch erfolglos, was sich dieses Jahr wohl auch nicht ändern wird. Aus in der Vorrunde.

5. Weißrussland: Litesound – We are the heroes
Leichte Klänge ist man aus Weißrussland ja auch schon gewöhnt. Nachdem letztes Jahr die Hymne auf das eigene Land im Halbfinale scheiterte, gibt man sich jetzt wieder ähnlich selbstbewusst: „Wir sind die Gewinner! Wir sind die Helden!“ Ob man das im Rest Europas auch so sieht, wage ich zu bezweifeln. Keine Finale.

6. Portugal: Filipa Sousa – Vida minha
Portugal bleibt dem portugiesisch nach wie vor treu und versucht es diesmal wieder mit einer schwermütigen Ballade. Da wir die Präsentation auf der Bühne entscheiden, ob der Funke überfliegt. Aber ich fürchte, Portugal hat es wieder mal sehr schwer.

7. Ukraine: Gaitana – Be my guest
Ist das das Lied der Ukraine zur Fußball-Europameisterschaft? Ist dieses Blasinstrument am Anfang die neue Vuvuzela? Viele wollen aber nun aus politischen Gründen gar nicht mehr so gern dort zu Gast sein. Die Nummer ist insgesamt doch recht einfallslos, auch wenn die Sängerin aus ihren Lungen rausholt was sie nur kann. Kann meinetwegen im Stadion laufen, muss aber nicht unbedingt ins Finale.

8. Bulgarien: Sofi Marinova – Love unlimited
Liebe ohne Grenzen zeigt sich hier auch in einem Sprachmix im Refrain. Englisch, Spanisch, Französisch, sogar ein Satz Aserbaidschanisch soll dabei sein! Aber mit mehr kann die Nummer auch schon nicht mehr punkten. Ob die Sofi mit ihrer Stimme auf der Bühne noch etwas reißen kann? Ich glaubs eher nicht.

9. Slowenien: Eva Boto – Verjamem
Viele Ahhs gibts hier zu hören, aber bei mir bleibt der A-ha-Effekt leider aus. Pompös lässt mich das Lied bisher kalt. Eine Chance auf der Bühne bekommt es noch, aber dann wars das wahrscheinlich auch schon wieder für die Slowenen.

10. Kroatien: Nina Badrić – Nebo
Ohne Streicher geht’s im ehemaligen Jugoslawien einfach nicht. Aber ich kann auch hiermit wenig anfangen. Aber wahrscheinlich wird Kroatien von den Nachbarn mit ins Finale gezogen.

11. Schweden: Loreen – Euphoria
Schweden bleibt beim typischen Dance-Sound und gilt damit als Favorit. Ich finde die Nummer solide, auch wenn ich nicht so euphorisch bin: Das hat man alles schon mal irgendwie irgendwo gehört. Es würde mich wundern, wenn man das dann nicht auch im Finale wieder hören würde.

12. Georgien: Anri Jokhadse – I’m a joker
Der Sänger aus Georgien ist auch schon in seinen 60ern. Klingt aber immerhin noch gar nicht so alt und wäre neben England und Russland auch fast schon ein Jungspund im Finale. Möglicherweise klappt es auch, mit den Einzug. Ich denke die Chancen stehen gut.

13. Türkei: Can Bonomo – Love me back
Die Türkei letztes Jahr erstmals nicht im Finale! Diesmal können sie aber schon im Halbfinale wieder mit vielen Zuschauerstimmen aus Deutschland rechnen. Einen jüdischen Türken schicken sie dazu ins Rennen mit einem selbstgeschriebenen und frischen Song. Da sollte diesmal doch wieder das Finale drin sein.

14. Estland: Ott Lepland – Kuula
Eine Pop-Ballade gibt es dann doch auch noch, vorgetragen von einem Tenor. Eigentlich ein schönes Lied und ich bin gespannt, wie er es auf der Bühne präsentieren kann. Schade wärs, wenn das Lied einfach zwischen den lauteren Nummern unter geht.

15. Slowakei: Max Jason Mai – Don’t close your eyes
Hard Rock aus der Slowakei. Aber der Sänger mit wallendem blonden Haar und dunklem Eyeliner wirkt da doch eher etwas weichgespült. Seine Muskeln zeigt er aber ganz gern mal. Das kleine Land war bisher erst 3mal im Finale vertreten, zuletzt 1998. Die beste Platzierung war ein 17.Platz mit gerade mal 19 Punkten. Das müsste dieses Jahr nun aber doch zu toppen sein, oder?

16. Norwegen: Tooji – Stay
Das erinnert mich ein wenig an den schwedischen Beitrag aus dem letzten Jahr. Mir persönlich gefällts nicht so, aber ich glaube, dass Tooji bis zum Finale bleiben wird.

17. Bosnien & Herzegowina: Maya Sar – Korake ti znam
Und noch ein letzter Beitrag aus dem Land, formally known as Jugoslawien. Natürlich mit Streichern! Und selbst die Flöte, die Joksimović zu Hause lassen wollte haben sie mitgebracht. Ob Mayas Stimme live mithalten kann, wenn sie dazu auch noch selbst am Klavier sitzen wird? Wenn ja, dann könnte das durchaus auch im Finale wieder auftauchen.

18. Litauen: Donny Montell – Love is blind
Und zum Schluss noch ein weiterer Sänger, der es durch Casting-Shows auf die ESC-Bühne geschafft hat. In Litauen hat er sogar schon eine Version von „Let’s Dance“ gewonnen. Das sollte ihm eigentlich auf der Bühne behilflich sein. Das Lied selber lässt ihn da nämlich eher etwas im Stich. Das wird also wieder nix für Litauen.

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