Dienstag, 5. Juni 2012

Filmvorschau: Wanderlust


Eine Frau, die ihr Leben lang schon nach ihrem Weg sucht, ihn aber immer noch nicht gefunden hat und einzig und allein nur auf ihr Herz hören kann. Ja, das ist die Rolle, die Jennifer Aniston in Friends als Rachel Green verkörperte. Und seitdem hat sich daran auch nichts geändert, auch wenn sich andere amerikanische Serien (BBT) mittlerweile schon drüber lustig machen. Ob David Wain nun also die Rolle der Linda von Anfang an auf Jennifer Aniston zugeschnitten hat, oder ob nach einer langen Suche schlichtweg niemand in den USA gefunden werden konnte, der das sonst spielen könnte, wissen wir nicht. Aber nun ist es eben so.

Ihren Co-Star Paul Rudd kennt man ja nun auch schon aus Friends. Damals musste sein Charakter Phoebe heiraten, diesmal ist er als George nun also schon mit Linda verheiratet. Aus irgendeinem Grund stürzen sich beide in enorme Schulden, um ein winziges 1-Zimmer-Appartment in New York kaufen zu können. Linda will es unbedingt haben, denn Linda hofft darauf, mit ihren Dokumentationsfilm über Pinguine mit Hodenkrebs den großen Wurf landen zu können. Klappt aber nicht. Gleichzeitig verliert George seinen Job, weil seine Firma Ärger mit dem FBI bekommt. Da sie sich nun die Raten für ihr winziges Zimmerchen nicht mehr leisten können und auch sonst niemand so dumm ist so eine überteuerte Studentenbude zu kaufen, müssen sie die Koffer packen. 


Unterwegs stranden sie dann auf der Suche nach einem Motel in einer Hippie Kommune, in der sich schön gleichmäßig verschiedene Stereotype vereinen: Nudisten, Feministen und nem Jesus-Typen als Anführer (oh ja, mit dem Schäfchen auf den Schultern). Verschiedene Drogenexperimente dürfen da natürlich auch nicht fehlen.
Und oh wunder, etliche andere Serien-Stars begegnen uns in der Kommune auch noch! Lauren Ambrose hatte als Claire Fisher in Six Feet Under ja schon verschiedene Trips durchspielen dürfen. Diesmal darf sie als Schwangere sogar auf der Veranda das Becken kreisen lassen, etwas dazu stöhnen und ein Baby raus drücken! Und das alles ohne auch nur die Unterhose ausziehen zu müssen! Wow. 
Als einziger Charakter mit etwas Tiefgang, trotz Senilität, kann der Kommunengründer Carvin aufwarten, der zudem auch von Alan Alda passend verkörpert wird.

Nachdem sie dann endlich bei Georges Bruder Rick (Ken Marino, bekannt aus zahlreichen Neben- und Gastrollen in TV-Serien) ankommen, entpuppt sich der rundherum als arrogantes Arschloch, der die eigene Frau in den Alkohol treibt. Aber immerhin hat er in jeder Ecke der Wohnung einen überdimensionalen Breitbildfernseher stehen und auch noch einen auf der Terrasse, die alle gleichzeitig laufen müssen, um die große Senderauswahl auch wirklich genießen zu können. So platt dargestellt halten es auch George und Linda nicht lange aus, und treten die Flucht in die Kommune an. Doch kaum sind sie dort rücken die Bagger an, weil das Hippie-Paradies einem Casino Platz machen soll.

Hätten wir damit dann alle Klischees abgearbeitet? Leider noch immer nicht. Noch mehr Drogen Trips, peinliche Szenen voller sexueller Anzüglichkeiten, Männer und Frauen die blank ziehen und ein ganzes Feuerwerk an dümmen Sprüchen von Paul Rudds Charakter George. Unter den Hippies gibt es dann aber nicht nur einen Jesus-Anführer sondern auch einen Judas, der sie alle verrät. Warum ich dafür sogar einen kleinen Pluspunkt an Originalität gebe, wäre zu viel verraten. Falls jemand den Film doch sehen will.

Ein paar mal musste ich ja auch Lachen, wenn auch nicht jeder Lacher von den Filmemachern beabsichtigt war. Was besonderes ist dieser Film allerdings nicht. Im direkten Vergleich würde ich eher noch zur deutschen Produktion "Sommer in Orange" greifen, der inhaltlich mehr zu bieten hat als diese Beziehungskomödie. Weshalb man sich beim Titel auch im englischen Original auf "Wanderlust" entschieden hat? Da kann man ja nochmal grübeln, ob da vielleicht doch ein Sinn dahinter stecken könnte. 

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