Dienstag, 4. März 2014

Filmvorschau: Snowpiercer

Endlich auch wieder Zeit für Sneak! Und dort gab es dann auch was zu sehen, was es hier derzeit nicht gibt: Schnee!
Ein Film aus Südkorea in dem Oscarpreisträger aus den USA mitspielen, das macht doch schonmal neugierig. Bong Joon-ho heißt der Regiesseur, der hier sein englischsprachiges Debut gibt.

Um die globale Erwärmung aufzuhalten, sprüht man ein Mittel in die Atmosphäre - und schon kurze Zeit später ist die gesamte Erde eingefroren. Die einzigen Überlebenden befinden sich alle in einem Zug, der jetzt schon 17 Jahre lang über die gefrorene Erde rast.
Schon vor dem Kälteeinbruch hat man diesen Supermodernen Zug und die dazu gehörige Strecke gebaut, die in 12 Monaten in einem großen Kreis einmal komplett um die ganze Welt und über alle Kontinente führt. Und der Clou ist eine Maschine, die ewig läuft. Oder ewig laufen soll...

Die Handlung beginnt hinten im Zug, wo die unterste Schicht der Zugbewohner hausen muss. Einer davon ist Curtis, gespielt von Chris Evans. Der ist diesmal nicht als glatter Superheld zu sehen, sondern als bärtiger Aufrührer. Denn die Leute im Zug scheinen in einer Art Militärstaat zu leben, in dem die vorne im Zug die hinten unterdrücken. Ministerin Mason (Tilda Swinton) repäsentiert die oberen Schichten und stellt in ihren feurigen Reden klar, dass jeder seinen Platz auszufüllen hat: Die einen müssen vorne bleiben, die anderen hinten.

Das ganze verbreitet erstmal eine sehr düstere apokalyptische Stimmung. Die armen tragen schmutzige Lumpen und alles was sie zu essen bekommen sind schwabbelige Protein-Riegeln. Wer sich wehren will wird mit Schlägen bestraft. Dann werden letztlich sogar noch ein paar Kinder abgeholt und in den vorderen Teil des Zugs gebracht. Der Aufstand ist also überfällig.
Also kämpft sich der zerlumpte Haufen langsam nach vorne. Mit der Hilfe eines koreanischen drogensüchtigen Sicherheitsexperten knacken sie eine Tür nach der anderen und dringen in immer bizarrere Abteilungen vor: Gewächshäuser, Unterwasseraquarien in denen Sushi gereicht wird und Kühlhäuser in denen Unmengen an Fleisch an den Wänden und an Haken hängt (obwohl es nirgendwo lebendige Landbewohner zu sehen gibt... seltsam). Und dann gibt es die Erlebniswelt der Reichen mit Beauty Salon, Pool, Disco und.... einem Saunabteil! Ja richtig, während draußen die Welt eingefroren ist, geht man im Zug noch in die Sauna. Auch farblich ist das sehr schön gestaltet, denn die Umgebung wird von dunkel und düster immer bunter und greller.

Und natürlich schaffen es ein paar bis ganz nach vorne, wo Ed Harris alias Zug- und Maschinenkonstrukteur Wilford wartet. Aber wo sind denn nun die verschwundenen Kinder? Und was passiert denn nun wirklich, wenn der Zug anhalten und Leute aussteigen würden?

Der Film macht den Fehler, dass er am Anfang gar nichts erklärt: Wieso müssen die einzigen Überlebenden in einem Zug fahren? Wie kommt es, dass der Zug nicht anhalten muss und jetzt schon seit 17 Jahren fährt? Tatsächlich werden die meisten Fragen im Laufe noch halbwegs überzeugend beantwortet, aber man braucht erstmal etwas Geduld um nicht schon vorher abzuschalten. Auch das düstere und dunkle Anfangs wirkt wie schon zig mal gesehen und es gibt lange keine Anzeichen, dass es sich noch ändern könnte.

Die Wende bahnt sich in einer besonders brutalen Szene an, in dem die Aufständler gegen Sicherheitstruppen mit Äxten kämpfen müssen. In Zeitlupe und kalt ausgeleuchtet sieht man die Äxte in Körper schlagen, das Blut an die Wände spritzen ... und schließlich die Hauptfigur Curtis auf einem toten Fisch am Boden ausrutschen und auf den Hintern fallen!!! Wie war ich froh, ab dieser Einlage war klar, dass es nicht mit kaltem Gemetzel bis zum Schluss weiter geht.
Kurz darauf wird Ministerin Mason als Geisel genommen, die dann um ihr Leben fleht und dabei ihr Gebiss herausnimmt. Später wird dann ein Klassenzimmer betreten, wo die Kinder fröhliche Lieder über qualvolles Erfrieren singen, bis die schwangere Lehrerin dann schließlich zum Maschinengewehr greift und...

Mehr will ich gar nicht erzählen. Wem Action und apokalyptische Endzeit-Stimmung zusagt, der darf sich den Film gerne vornehmen. Das Besondere und Sehenswerte gibt es erst in der zweiten Hälfte zu sehen, also nicht vorher abschalten!


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